"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

12.10.2016
Liebe Tierfreunde,
unser Neuzugang Bogi ist ein ganz besonderer Hund! Ein wunderschönes, freundliches, fröhliches Mädchen, das Menschen und andere Tiere liebt und alles und jeden ganz großartig findet. Sie ist ein Ich-geh-mit-dir-bis-ans-Ende-der-Welt-Hund. Solche Frohnaturen gibt es nicht so häufig. Sie lebt zur Zeit auf einer Pflegestelle, was bei uns auch nicht so häufig vorkommt. Aber wie kommt so ein liebes Mäuschen überhaupt auf eine Pflegestelle? Wieso ist das denn ein Notfall?

Das ist nicht ganz so einfach zu erklären. Machen Sie es sich bequem. Wird eine längere Geschichte.

Bogi lebte ihr ganzes Leben alleine in einem verfallenen Haus. Ihr Besitzer war in die Stadt gezogen und kam ab und an zu dem verfallenen Haus zurück, um Bogi zu füttern. Fragen Sie sich jetzt, wozu er den Hund dort hortete? Wir uns auch. Die Antwort darauf werden wir wohl nie bekommen. Was für ein Leben für einen so schlauen Hund wie Bogi. Für so einen sozialen Hund wie es Pulis sind. Bogi bot ein Bild des Schreckens. Langes, verfilztes Fell. Dreckig, schmierig.

Icus, die Tierheimleiterin und Hundefängerin in Orosháza, hatte Bogi schon lange im Blick. Aber eine Handhabe gegen den Besitzer hatte sie nicht, weil dieser sich kümmerte. Nicht nach Icus oder unseren Maßstäben, aber eben leider so ausreichend, dass Icus nicht offiziell eingreifen konnte.

Irgendwann einmal brachen Kinder in das Haus ein und nahmen Bogi mit. Der Besitzer fand heraus, wer sie gestohlen hatte und holte sie mit Hilfe der Polizei zurück. Danach sah Bogi noch schlimmer aus. Sie hatte tiefe Wunden auf ihrem Körper, war völlig verfloht. Bogi kam zurück in ihre alte, einsame Behausung.


 
Als Icus später wieder nach ihr sah, sah sie, in welch schlechtem Zustand Bogi mittlerweile war. Sie lag auf dem kalten Boden und konnte sich nicht mehr rühren. Die Ratten liefen über den Hund, der am Ende seiner physischen und psychischen Kräfte war. In dieser Sekunde beschloss Icus spontan, Bogi zu helfen. Als zuständiger städtischer Tierfänger enteignete sie den Hund kurzerhand und brachte Bogi ins Tierheim. Schon während Icus Bogi von ihrem langjährigen Gefängnis weg führte, floss Leben in Bogi. Im Tierheim angekommen, war sie wie ausgewechselt. Und überglücklich!


 
Bogis Besitzer ist aber leider weder ein einsichtiger, noch ein friedlicher Vertreter der menschlichen Rasse. Und so brachte Icus sich mit ihrer mutigen Aktion leider tatsächlich in Gefahr. Der Ex-Besitzer vermutete Bogi im Tierheim und setzte Icus erheblich unter Druck. Aber wer Icus persönlich kennt, weiß, dass sie sich für das Wohl eines Tieres in Not sehr weit aus dem Fenster lehnt. Hut ab vor so viel Zivilcourage!!!

Handeln statt Reden. Icus hat Bogi sehr schnell kastriert, geimpft, gechipt, und wir haben sie für den nächsten Transport eingeplant und auf die Schnelle eine Pflegestelle gesucht. Bogi konnte mit dem letzten Transport raus aus Ungarn. Raus aus der Gefahr für den Hund und die Menschen im Tierheim.

Bogi lebt jetzt auf einer kurzfristig organisierten Pflegestelle, wo sie aber natürlich nicht bleiben kann. Wenn Sie einen mega-tollen, umgänglichen, freundlichen, verträglichen, lustigen Kumpel fürs Leben suchen, der ganz nebenbei auch noch wunderschön und so weiß wie mit Persil gewaschen aussieht, dann schauen Sie sich Bogi einmal genauer an.

Hier geht es zu ihrem Inserat.

Bogi braucht DRINGEND Menschen, die sich für den Rest ihres Lebens um sie kümmern und auf die sie sich verlassen kann. Vielleicht sind Sie ja dieser Mensch.


 
Ihr Pusztahunde-Team

 
Template by i-cons.ch / namibia-forum.ch