"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

24.07.2017
Liebe Tierfreunde, Tesla ist blind. So blind wie ein Maulwurf. Sieht gar nichts. Das hält aber weder ihn noch sein mutiges Frauchen davon ab, ein (fast) normales Leben mit jeder Menge Spiel, Spaß und Sport zu leben. Teslas Geschichte sollte uns allen Mut machen, auch denen, die anders sind, eine Chance zu geben.

Tesla landete irgendwann Anfang dieses Jahres in unserer Pflegestation. Zum Glück, muss man sagen, denn er war in keinem besonders guten Zustand. Für ihn wurde es wirklich Zeit, dass man sich um ihn kümmert. Er kam aus einer Tötungsstation, wo er noch ganz jung abgegeben wurde. Vielleicht gerade weil er blind ist? Man weiß es nicht.

Leider ist es auch bei uns nicht unbedingt ein Ich-werde-schnell-vermittelt-Bonus, wenn man schwarz und blind ist, aber bekanntlich geschehen immer mal wieder Wunder oder zumindest erstaunliche Dinge. Tesla bekam dann auch relativ schnell seinen „Happy-Call“ und durfte, nach erfolgreich abgeschlossenen Formalitäten, ins Glück reisen.
Nun ist sein neues Frauchen so ganz und gar kein Couch Potatoe, wie man bei „ich-adoptier-einen-blinden-Hund“ vielleicht denken mag. Nein, das neue Tesla-Frauchen ist eine aktive Person, die ihre Hunde mit zum Joggen und anderen sportlichen Aktivitäten nimmt.

Anfangs kamen Mails bei Teslas Vermittlerin an, die da lauteten: „Von 0 auf 100. Waren eine Mini-Runde ganz gemütlich joggen - ist super mitgelaufen und mir nur zweimal in die Hachsen getreten. Sporttest bestanden! Ab morgen beginnt das aktiv-Hunde-leben...“
Später klangen die Mails dann so: „Müde von der vielen Aktion - es geht ihm prima - er joggt, kann schon alle gängigen Kommandos, hat sich sofort gebunden - kurzum Tesla genießt ein aktives Leben mit mir und im Rudel - er läuft schon längst nicht mehr ans Bein geklebt mit, sondern erkundet die Umwelt - wenn er sich an meiner Stromerin orientiert landet er dabei manchmal im Dickicht und kämpft sich raus.“

Hört sich nach viel Spaß und einem normalen Hundeleben an, bestehend aus wilder Aktion, gemütlichen Pausen, netter Gesellschaft und einer Menge Blödsinn mit Kumpels. Besser geht’s doch gar nicht.

Im Laufe der Zeit, stieg Tesla dann in den Sportler-Olymp auf, denn er nimmt mittlerweile auch an Wettkämpfen teil. Dabei muss er Parcours entlang laufen bis zu seinem Frauchen, die ihn nur mit der Stimme leitet. Agility für Profis sozusagen. Und was soll ich sagen, der kleine Kerl macht das so erfolgreich, dass er bereits einen Pokal gewonnen hat.

Haben Sie mittlerweile komplett vergessen, dass Tesla blind ist, bei dem, was er so alles erlebt? Ich auch. Aber er ist es und hat keine Probleme damit. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen und uns auch über unsere Bedenken über körperliche Besonderheiten bei Hunden hinweg setzen.

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Hunden, die alle eine Beeinträchtigung haben, aber alle male bereit sind, sich auf ein Abenteuer einzulassen.

Blindes Mäuschen: Filli http://projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/rueden-bis-35-cm/2581-filli

Unser Einäugiger unter den Blinden: Szemi http://projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/rueden-ab-50-cm/2537-szemi

Csöpi, die 3-beinige Kuschelmaus http://projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/notfaelle/2477-csoepi-1

Wenn auch Sie sich bereit fühlen für das Abenteuer „behinderter Hund“, dann schauen Sie sich die entsprechenden Damen und Herren auf unserer Seite einmal an. Ich bin ganz sicher, dass Sie vor einer solchen Adoption aus allen Ecken hören werden: Warum tust du dir den DAS an??? Und nach einer erfolgreichen Integration das hier: Der/Die ist aber süß/lieb/nett/cool. Den/die hätte ich aber auch genommen. Und dann können Sie sagen: Schau dir doch einfach mal die Seite von den Pusztahunden an. Da gibt es eine Menge von denen…behindert und nicht-behindert.

Herzliche Grüße Ihr Team vom Projekt-Pusztahunde

 
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