"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

29.12.2017
Liebe Tierfreunde,
das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und mittlerweile ist es eine kleine Tradition geworden, an dieser Stelle noch einmal auf das Jahr 2017 aus Pusztahunde-Sicht zu schauen. Dazu wollen wir Sie mitnehmen auf die Reise durch das fast vergangene Jahr mit seinen Höhen und Tiefen.

An einem Thema kommen wir im Jahresrückblick nicht vorbei: Herzwürmer. Was hat uns das Ausmaß der infizierten Hunde überrumpelt und schockiert und auch vor riesige Herausforderungen gestellt. Kurz war man geneigt, zu überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, weiter zu machen. Wie sollen wir das nur stemmen? Wie soll das in Ungarn umgesetzt werden mit den wenigen Helfern vor Ort? Kann das alles überhaupt finanziert werden?

Aber die Schockstarre dauerte nicht lange und natürlich machen wir weiter. Die Hunde und die Helfer in Ungarn brauchen uns mehr denn je. Also wurde ein Schlachtplan entworfen, alle arbeiten Hand in Hand und wir werden so die Ausbreitung der Herzwürmer eindämmen können. Und auch Sie haben dazu beigetragen, dass wir weitermachen können: durch ihre finanzielle Unterstützung, durch den Zuspruch, durch die Hilfe, die aufmunternden Worte und auch durch tolle Übernehmer, die ihre auserwählten Lieblinge trotz positiven Befunds übernommen haben und gemeinsam mit ihren Hunden die in Ungarn begonnene Behandlung hier in Deutschland fortsetzen.

Durch die Herzwurmerkrankungen sind in diesem Jahr auch die Kosten für die Patenhunde ziemlich in die Höhe geschnellt, andere Hunde mit kostenintensiven Behandlungen und Operationen gab es leider auch wieder. Aber auch hier konnten wir uns auf Sie verlassen, Danke, dass Sie allen Hunden durch die liebevollen Spenden die tierärztliche Behandlung ermöglichen und dass wir nie aus Kostengründen einem Vierbeiner die Hilfe verweigern müssen.

 

Und bei den Kosten für Patenhunde, Herzwurmbehandlung und -prophylaxe ist es auch nicht weit zum größten Kostenfaktor im laufenden Jahr: dem Futter. Bei weit über 300 Hunden kommt da im Monat einiges an Futterkosten zusammen, für die wir auf der Startseite monatlich sammeln. Oft klafft dort eine ziemliche Lücke, aber bisher konnten wir immer ausreichend Geld für die Futterbestellungen in Ungarn zur Verfügung stellen. Kein Hund muss hungern oder bekommt verdorbene oder schimmelige Essensreste. Hier müssen wir jeden Monat aufs Neue kämpfen, aber wir hoffen auch hier weiterhin auf ihre Hilfe!

 

Und beim Stichwort Hilfe sind wir beim nächsten Thema, diesmal aber einem besonders schönen: den Vermittlungen. Es sind die Highlights in der Tierschutzarbeit, wenn unsere Hunde ein liebevolles Zuhause finden, ob hier in Deutschland oder in Ungarn, denn auch dort gibt es immer mehr Vermittlungen. Wir freuen uns über alle Hunde, die endlich ankommen können, ihre Menschen und Familien finden und alles Leid und bisherige Entbehrungen hinter sich lassen können.

Aber es gibt auch Vermittlungen, die einem besonders in Erinnerung bleiben: der schwer verletzte Zénó, Langzeit-Insassin Pite, der Liebling aller Ungarnfahrer Szöszke, auch viel zu lange übersehen, Rugó, der auch viele Jahre warten musste, ebenso wie Veszta, unsere Pummelfee Giza, die Angstmaus Tercsi, die nun auf den schönen Namen Herzi hört, die blinde Tesla und noch viele viele mehr. Danke an alle, die sich auf das Abenteuer Pusztahund einlassen und ihr neues Familienmitglied ohne Wenn und Aber aufnehmen und den Hunden ein neues Leben ermöglichen.

Wo Licht ist, ist aber auch immer Schatten und so haben wir in diesem Jahr auch von vielen Hunden Abschied nehmen müssen. Hunde, die schon länger vermittelt waren und sich als alter Hund auf den Weg gemacht haben, Hunde, die viel zu wenig Zeit in ihrem neuen Zuhause verbringen durften, aber geliebt auf dem letzten Weg begleitet wurden. Und die anderen. Die Hunde, die im Tierheim verstorben sind, für die wir trotz aller Bemühungen kein Zuhause gefunden haben. Und gerade diese Hunde wiegen besonders schwer. Wir trauern um alle Vierbeiner, die sich auf den Weg über die Regenbogenbrücke gemacht haben, für die Hunde, die sich alleine im Tierheim aufgemacht haben, tut es uns besonders leid: Bodri, Denes und Fili, Papi, Penzli, Szepi nach Ewigkeiten im Tierheim, Hasi, Sina, die kleine Jane, Cuki und Freunde.

 

Damit sich diese traurigen Abschiede nicht wiederholen, freuen wir uns, wenn sich tolle Übernehmer finden, die sich trotz Herzwurmerkrankung, trotz Handicap oder Langzeitaufenthalt im Tierheim für ihre Lieblinge entscheiden. Denn leider warten immer noch einige Hunde schon viel zu lange auf ihr neues Leben und die Zeit läuft ihnen davon: die Lindgrénschwestern Inga und Irma, mit 6 Jahren Tierheim die traurigen Spitzenreiter, Joska, die gute Seele von Hof 1, Cseles mit dem traurigen Blick, der zarte Csuti 1, die drei Geschwister Muki, Marcsi und Mendy die seit 2012 warten, Zokni, die leider nicht so fotogen ist, Hissy und Zürös, die kleinen Terrier-Damen, die liebe Fáni, die schüchterne Teca, Morcos, der Charmeur, Dörmi, der langsam resigniert, der schöne Vadóc, Müzli, ein ganz lieber Schatz und Kavics der zum Kuschelhund mutiert ist.

 

Cseles

Zokni

Müzli

Hissy und Zürös

Muki


Aber nicht nur ältere Hunde und Langzeitinsassen warten und warten, leider auch im Moment viele Welpen. Niedliche, fröhliche, lebenslustige Welpen, die so dringend ein Zuhause brauchen um das Hunde 1x1 in jungen Jahren zu lernen. Bevor sie im Tierheim resignieren und traurig durch die Gitterstäbe blicken. Große und kleine Welpen, dick und dünn, schwarz und weiß, kurzhaarig oder wuschelig, es müsste doch für jeden etwas dabei sein. Wir hoffen einfach, dass es sich immer weiter herum spricht, dass es auch im Tierschutz süße Welpen gibt und man den Hunden eine Chance gibt, die bereits auf dieser Welt sind und auf ihre Menschen warten.

Die Entwicklung der Welpen oder die Resignation der Langzeitinsassen bekommen wir immer hautnah auf den Ungarnfahrten mit. Auch in diesem Jahr sind wir regelmäßig nach Ungarn gefahren, immer mit prall gefülltem Transporter. Sie haben uns auch mit Sachspenden so großartig unterstützt, dass in diesem Jahr sogar ein Sonder-Transport den regulären Transport begleitet hat. Tatkräftige Foris haben ihn organisiert und drei tolle Tierfreundinnen haben sich dem Abenteuer Ungarn mit Pferdeanhänger gestellt. So konnten wir vor dem ärgsten Wintereinbruch noch die dringend benötigten warmen Decken, Betten, guten Futterdosen und alles weitere Wichtige in die Tierheime bringen. Dort wurden Ihre Spenden schon sehnsüchtig erwartet und ganz froh und dankbar in Empfang genommen.

 

Ein ganz besonderes Highlight gab es in diesem Jahr aber auch. Die Quarantäne-Station für Orosháza wurde gebaut und kurz vor dem Winter fertig gestellt. Endlich! Nun können Hunde, die neu ins Tierheim kommen erst einmal sicher und ohne Infektionsgefahr für die bereits im Tierheim lebenden Hunde, untergebracht und versorgt werden.

 

Und gleichzeitig mit der Quarantäne wurde das erste Gehege für unsere Unvermittelbaren fertig gestellt. Die Hunde, die aufgrund ihrer Rasse oder ihres Verhaltens leider nicht für eine Vermittlung in Frage kommen, sollen nach und nach größere und schönere Gehege bekommen. Oft sind sie unverträglich mit Artgenossen und können so nie in den Freilauf. Durch die größeren Gehege können sie dann trotzdem etwas ihren Bewegungsdrang ausleben. Und wir wollen es gerade diesen Hunden im Tierheim so angenehm wie möglich machen.

Sicher hätte man in diesem Jahresrückblick noch vieles aufschreiben und erwähnen können, viele kleine und große Momente, die uns in Atem gehalten haben, Dinge über die wir gelacht und geweint haben, so hat dieser Rückblick also keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber eine Sache müssen wir unbedingt noch ansprechen und los werden. Und das ist ein riesengroßes DANKE!

Danke für die kleinen und großen Spenden, zu Weihnachten, als Dauerauftrag, gesammelt auf Geburtstagen oder zusammen gespart.
Danke für die Adoption und die Fürsorge unserer Hunde, die uns allen so am Herzen liegen.
Danke für den Zuspruch, die aufbauenden Worte, die Zuversicht und den Mut.
Danke, dass wir gemeinsam alle Schwierigkeiten durchstehen.
Danke, dass wir den Hunden in Ungarn das Leben immer besser und artgerechter gestalten können.
Einfach Danke für Alles!

 

Und wo wir gerade dabei sind, DANKE an alle Helfer in Ungarn, die sich tagtäglich, an Feiertagen, Wochenenden, in der Nacht und zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten für die Hunde einsetzen. Sie bekommen alles Leid und Elend in erster Reihe ab, müssen Hunde auf ihrem letzten Weg begleiten, Krankheiten und Verletzungen miterleben und liebgewonnene Hunde ziehen lassen.

 

Danke euch allen vor Ort, für eure Liebe und Fürsorge unseren Hunden gegenüber und für die tolle Zusammenarbeit.

Wir wünschen allen Freunden und Unterstützern einen entspannten und möglichst knallfreien Jahreswechsel und wünschen von Herzen alles Gute für das neue Jahr 2018.

Auf ein Neues und packen wir es an!

Ihr Projekt-Pusztahunde-Team

 
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