"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

16.02.2018
Liebe Tierfreunde,
wir freuen uns immer sehr über gelungene Vermittlungen und glückliche Hunde und Übernehmer und berichten oft darüber. Heute möchten wir einmal einen Übernehmer bzw. seinen Hund selbst zu Wort kommen lassen. Wie erlebt man diese spannende Zeit als Vierbeiner und zukünftige Familie?

Kurz zur meiner Vorgeschichte: Ich heiße Dino und wurde im Juli 2017 mit 9 weiteren Geschwistern geboren und in einem Wald in Ungarn mit meinen Geschwistern ausgesetzt. Warum machen Menschen so was? Ich weiß das bis heute nicht. Wir wurden Gott sei Dank gefunden und ins Tierheim Orosháza am 28.09.2017 gebracht. Dort wurden wir liebevoll großgezogen bis ich eines Tages in Ungarn vermittelt wurde. Zusammen mit meiner Schwester Doris. Ich musste alle meine Freunde, die ich im Tierheim hatte, zurücklassen und hoffte auf ein besseres Leben. Ich war wenigstens mit meiner Schwester zusammen.

Aber das Glück war nicht auf unserer Seite und das Schicksal meinte, wir sollten dort nicht sein. Wir wurden Gott sei Dank vom Tierheim wieder dort abgeholt und ich sah wieder meine alten Freunde im Tierheim. Ich war wieder traurig kein schönes Zuhause gefunden zu haben, aber auch froh und glücklich wieder in Sicherheit zu sein. Ich wusste, eines Tages würde ich das Heim wieder verlassen und den Menschen finden, der mich bedingungslos liebt. Und so nahmen das Schicksal seinen Lauf. Mein neuer Besitzer sah mich im Internet auf der Webseite der Tierschutzorganisation und verliebte sich sofort in mich. Es war Liebe auf den ersten Blick für ihn. Er war auf der Suche nach einem neuen Begleiter, nachdem sein alter treuer Begleiter und bester Freund an einer schweren Knochenkrebskrankheit im Oktober gestorben war. Wer schon einmal einen Hund gehen lassen musste, weiß, dass das für alle Tierbesitzer das Schlimmste ist. Einen guten Freund, der so lange Seite an Seite mit einem gelebt hat so schnell zu verlieren ist schmerzhaft.

Und so ging er auf die Suche nach einem Vizsla-Mix, weil sein alter Freund auch ein Vizsla-Mix war. Er suchte bei Ebay Kleinanzeigen. Dann dachte er, „Nein, es gibt bestimmt Hunde, die es nötiger haben ein schönes zu Hause zu finden und er schaute dann bei Vizsla-in-Not vorbei. Dies ist eine Tierschutzorganisation, die Vizslahunde vermitteln, die Hilfe brauchen und dort fand er durch Zufall bei der Fremdvermittlung ein Bild mit 10 kleinen Welpen. Dabei war ein Link zu einer anderen Tierschutzorganisation mit Namen Projekt-Pusztahunde e.V, bei der ich mich befand. Und die Dinge nahmen weiter ihren Lauf.

Ich ahnte damals noch nicht, dass mir nicht mehr viel Zeit mit meinen Freunden und Geschwistern im Tierheim blieb und irgendwann der Tag X kommen würde und ich in ein neues besseres Zuhause reisen durfte Dann kam auch dieser besagte Tag - es war der 19.01.2018. Ich wusste nicht was los war. Autofahren kannte ich ja schon. Einmal, aber wo geht es jetzt hin?? Ich wurde abgeholt, musste mich von meinen Freunden wieder schweren Herzens verabschieden. Ich dachte mir: Was wird aus ihnen allen? Sehe ich sie jemals wieder? Besonders meine Schwester Doris. Jetzt heißt sie ja Lotta. Aber da sah ich, auch sie stieg in das Auto. Genauso mein anderer Bruder. Gott sei Dank dachte ich mir, ich bin von der Welpengruppe nicht alleine. Aber ich dachte mir auch: Wo Komme ich hin??? Was erwartet mich?? Behalte ich meinen Namen?? Ich wusste, wenn ich jetzt gehe, werde ich sie alle vielleicht nie wiedersehen! Ich schaute ein letztes Mal zu meinen Pflegern und bedankte mich dafür, dass sie mich großgezogen haben. Ein letzter Blick noch zu meinen Freunden, die leider kein Ticket bekommen haben für die Fahrt und es ging dann los. Die große Reise mit 27 weiteren Freunden.

Die Reise war sehr lang und anstrengend und ich war müde. Ich bekam nur mit, wie ein Freund nach dem anderen den Transporter verließ. Das war schon seltsam. Alle waren sie nach und nach aus dem Transporter ausgestiegen, außer meiner Schwester. Meine liebe Schwester Lotta (Doris) mit der ich so viel durchgemacht und erlebt hatte und in meinem ganzen Welpenleben zusammen war. Ich war glücklich sie an in meiner Seite zu haben. Als dann früh morgens die Tür vom Transporter aufging und ich aus der Transportkiste endlich raus gehoben wurde, habe ich meine neue Familie das erste Mal gesehen. Ich war total hin und weg. Ich sah auch meine Schwester Lotta (Doris) wie sie von ihren neuen Besitzern abgeholt wurde. Ich lief zu Lotta beschnupperte sie noch ein letztes Mal bevor ich sie nicht mehr wiedersehen würde. Aber dann bekam ich was Seltsames mit. Die beiden Besitzer von mir und Lotta unterhielten sich über uns. Ich wusste ja nicht, dass sie sich schon im Vorfeld telefonisch über uns beide unterhalten hatten und was soll ich Euch sagen, wie das Leben so manchmal spielt, Lotta (Doris) wohnt nicht weit weg von meinem neuen Zuhause, sodass wir uns so oft wie es geht am Wochenende treffen werden.

Aber dann ging es erst mal wieder auf Reise, aber diesmal nicht mehr in einer Transportbox, sondern auf der Rücksitzbank. Aber angeschnallt! Ich konnte meine beiden neuen Besitzer das erste Mal hören, riechen und wahrnehmen und wusste sofort, dass die Beiden ganz toll sind. Ein Hund spürt so was einfach!! Sie riefen sogar Dino, also habe ich meinen Namen behalten. Es ist ja auch ein schöner Name. Die Fahrt ging dann nach 2:40 Stunden zu Ende und wir waren endlich in meinem neuen Zuhause. Die Gartentür ging auf. Ich schaute und hatte das Funkeln und Glitzern in den Augen und dachte mir: Boahhh, was für ein toller Garten und das ist alles für mich?? Aber das war noch nicht alles. Die Eingangstür ging auf, ich ging ins Haus und merkte an meinen Pfötchen, was ist das für ein Boden der warm ist?? Das kannte ich ja noch gar nicht. Ich ging weiter und sah ein riesengroßes Hundebettchen, so was kannte ich auch noch nicht. Ich ging weiter und bin aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Es war alles so wunderbar. Wie im Traum. Träumte ich etwa??? Oder? Nein, es war alles so real und schön. Dann bekam ich endlich mein Fressen. Mann oh Mann, hatte ich einen Hunger der war so groß das ich fast 2 volle Näpfe essen könnte vor Hunger.

Nachdem ich gegessen hatte, ging es mit meinem neuen Besitzer nach draußen. Er wollte mir zeigen, wo ich nun lebe. Die Gegend ist wirklich toll. Direkt am Wasser, mit Wald und Wiesen. Ich musste zwar aufpassen, da ich ja einen Jagdinstinkt habe und dort sehr viele Gänse und Enten sind. Aber ich wusste ich muss mich halt zusammenreißen. Die vielen Gerüche, die mir durch die kleine Nase schossen, waren einfach wunderbar. Der See, in dem ich im Sommer auch baden kann, wenn mein Herrchen mir das natürlich erlaubt, ist riesengroß. Ich denke ja schon, dass ich schwimmen kann, aber wir werden es ja dann im Sommer sehen und ihr auch. Mein Besitzer schickt bestimmt ganz viele Bilder und vielleicht geht Lotta auch zum Baden mit. Als wir die Runde so gelaufen sind merkte ich, wie müde wir alle von den aufregenden Stunden und der langen Fahrt waren und wir gingen gemeinsam nach Hause. Ich freue mich schon auf die gemeinsame Zeit mit ihnen. Zu Hause wieder angekommen, legte ich mich auf den warmen Boden. Da merkte ich erst richtig, dass ich ganz schön müde war von Allem, was ich heute erlebt habe. Ich fragte mich, wie wird es meinen anderen Geschwistern so gehen ohne mich. Ich hoffe, dass auch sie so ein tolles zu Hause bekommen haben, wie ich.

Dann schaute ich mit einem Auge so nach oben und sah ein Bild von meinem Besitzer mit seinem verstorbenen alten Freund und Wegbegleiter. Er hieß Amigo. Was für ein schöner und toller Hund er doch war dachte ich mir und er war auch ein Vizsla-Mix, so wie ich es bin. Das ich ihn nicht ersetzen kann, das war uns Beiden klar, aber ich werde das Beste darangeben, um meinen neuen Freund und Wegbegleiter zu unterstützen und eine wahre Freundschaft beginnen zu lassen.

PS: Schaut euch die glücklichen Bilder von mir an und grüßt bitte alle meine Freunde und Geschwister von mir. Sagt Ihnen mir geht es sehr, sehr gut. Ich hoffe, dass vielleicht auch die, die noch im Tierheim sind eines Tages dieses Glück bekommen werden, wie ich es jetzt habe!!! Bei Doris (Lotta) weiß ich ja wie gut es ihr geht. Mein Herrchen wird auf jeden Fall jeden Tag auf der Webseite „Projekt-Pusztahunde“ vorbeischauen, um zu sehen, was aus meinen Geschwistern und Freunden geworden ist und mir dann davon berichten. Nächstes Wochenende kommt Lotta (Doris) zu mir zu Besuch und ich hoffe wir Beide werden wieder zusammen spielen die Welt erkunden und eine tolle Zeit zusammen haben. Auf jeden Fall sind wir nicht aus der Welt und berichten euch auch mit Bildern, wie es uns weitergeht und wie wir uns weiterentwickeln.
Euer Dino!!!!

Vielen Dank an Dinos Herrchen und die Übersetzung in Menschensprache!
Wenn Sie Dinó mit seiner sympathischen Beschreibung ins Herz geschlossen haben, seien Sie nicht traurig, dass er schon vermittelt ist. Sein Bruder Donald sucht auch noch ein wundervolles Zuhause: http://www.projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/welpenjunghunde/2875-donald

Ebenso ganz viele weitere Welpen, die hoffentlich nicht ihre ganze Kinderstube im trostlosen winterlichen Tierheim verbringen müssen: http://www.projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/welpenjunghunde

Falls Sie also jemanden brauchen, der Sie zur Ordnung anhält, keine Socken und Schuhe mehr herum stehen haben wollen, gerne den Boden öfter feucht wischen, Zahnabdrücke in verschiedenen Materialien sammeln wollen und insgesamt ihr Leben zu langweilig ist, dann schauen sie doch mal bei unseren Kleinsten, die alle dringend auf ein Zuhause warten um endlich das kleine und große Hunde 1x1 zu lernen.

Ihr Team vom Projekt-Pusztahunde

 
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