"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)


Wenn ich an Ella denke, kommen mir die Tränen. Ein verschwendetes Hundeleben. Verschwendete Jahre. Und ein resignierter, ehemals freundlicher und fröhlicher Hund, der sich aufgegeben hat.

Aber von vorne: Ella kennen die Tierheimmitarbeiter schon seit 7 Jahren. Sie wurde damals mit ihren Welpen gefunden, die sie in einer Baumhöhle großzog und um die sie sich liebevoll kümmerte. Vom Tierheim aus fanden dann ihre Kleinen und auch sie selbst ein neues Zuhause. Aber für Ella war ein eigenes Heim nicht von langer Dauer. Bald war sie wieder im Tierheim.

 

 

In all den langen Jahren hatte die nun schon 10-jährige Ella nicht eine einzige Anfrage. Für einen so menschenbezogenen Hund wie Ella ist das besonders tragisch. Und über die lange Zeit hat sie sich verändert. Vom liebevollen, anhänglichen Hund ist nicht sehr viel übrig geblieben. Ella hat resigniert, ist traurig und eigenbrötlerisch und mittlerweile leider auch unberechenbar geworden, so dass uns die Tierheimleiterin gebeten hat, Ella aus der Vermittlung zu nehmen. Die ehemals so freundliche Hündin lässt sich nicht mehr anfassen, nicht anleinen und ist auch bei Impfungen oder anderen Gelegenheiten schwer zu handeln.

 

So ist Ella in den Rubriken umgezogen, von einer jahrelang nicht vermittelten Hündin ist sie nun bei den Unvermittelbaren. Sie wird ihren Lebensabend im Tierheim verbringen und für immer dort bleiben. Wir können Ella nur noch mit allem versorgen, was sie zum Leben braucht, dafür sorgen, dass sie es warm hat und genug zu essen. Mehr können wir einfach nicht tun.

Wenn ich an Ella denke, kommen mir die Tränen. Ein verschwendetes Hundeleben. Verschwendete Jahre.

Ach, Ella!

 
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