"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)


Über Bodris Leben vor dem Tierheim wissen wir nicht viel. Die scheue Hündin hat sich lange auf einem Friedhof aufgehalten und durchgeschlagen. Es hat lange gedauert, bis Bodri eingefangen werden konnte. Ob fehlende oder schlechte Erfahrungen mit Menschen der Grund sind, dass die  große Hündin so ängstlich ist, weiß niemand. Aber gut hatte es Bodri mit Sicherheit nicht.

 

Als sie endlich im Tierheim aufgenommen werden konnte, hatte sie mehrere Verletzungen im Brustbereich, die medizinisch versorgt werden mussten. Bodri war zu dem Zeitpunkt trächtig, aber leider waren ihre Welpen durch Bodris schwere Lebenssituation bereits in der Gebärmutter verstorben. Die schöne schwarze Hündin musste dringend operiert werden, die Welpen wurden gemeinsam mit der Gebärmutter entfernt und Bodri konnte sich langsam von dem großen Eingriff erholen.

  

All das ist nun schon lange her und Bodri lebt bereits seit über zehn Jahren im Tierheim. Aber in der ganzen Zeit und trotz der Mühe der Tierheimmitarbeiter konnte sie ihre Scheu vor Menschen, vor allem vor Fremden, aber auch vor ungewohnten Situationen nie ablegen. Für die Tierheimleiterin kommt eine Vermittlung von Bodri nicht mehr in Frage, für die ängstliche Hündin ist das Tierheim ihr Zuhause geworden. Dort fühlt sie sich soweit sicher und ist froh, wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung ist, und freut sich über leckeres Futter. Aber jeglicher Besuch in ihrem Gehege ist für Bodri nach wie vor Stress, und sie ist sichtlich erleichtert, wenn sie wieder alleine ist und niemand etwas von ihr will. Selbst Leckerchen nimmt sie erst, wenn die Menschen das Gehege wieder verlassen haben.

  

Du bist unser Seelenhund, liebe Bodri.

 
Template by i-cons.ch / namibia-forum.ch