"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

24.12.2015
Liebe Tierfreunde,
Weihnachten ist die Zeit zum Wünschen. In dieser Zeit werden von Kindern Wunschzettel geschrieben, die Menschen werden gefragt, was sie sich zum Fest wünschen. Liebevolle Geschenke? Schmuck, Kleidung, ein neues Smartphone? Oder sind es eher die nicht materiellen Dinge, die man sich wünscht? Gesundheit, Frieden auf Erden, Glück, Zufriedenheit? Oder persönlicher, vielleicht Erfolg im Beruf, einen Partner finden, Kinder bekommen?

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich einmal über die eigenen Wünsche Gedanken zu machen. Was braucht man wirklich? Was ist einem wichtig, was nimmt man in seinem Leben mit?

Es sind nicht die teuren Geschenke, es sind Momente, Gelegenheiten, die man im Herzen trägt. Das Lächeln des Liebsten, ein gemeinsamer Ausflug, ein gemütliches Essen, die sanfte Hundenase, die einen anstupst oder die unbändige Freude des vierbeinigen Hausgenossen, wenn man nach Hause kommt, jeden Tag wieder.

Aber auch unsere Hunde haben Wünsche und dazu zählen keine goldenen Näpfe mit Strasssteinen oder handgeklöppelte Leinen aus echtem Hirschleder.

Könnten unsere Hunde einen Wunschzettel schreiben, sähe der vielleicht so ähnlich aus:

  1. Ein eigenes Zuhause!
    Das ist der größte Wunsch aller Tierheimhunde, eine eigene Familie, ein eigenes Heim, Liebe und Geborgenheit, der Einsamkeit und dem Tierheimalltag mit Nässe und Kälte entfliehen.
  2. Fürsorge
    Dazu zählt ein weiches Bettchen, ein geschützter Rückzugsort, gutes Futter, ab und an mal ein paar Leckerchen und besondere Kleinigkeiten werden auch nicht verschmäht.
  3. Spiel und Spaß
    Langeweile ist nichts für Fellnasen, sie wünschen sich trotz fester Rituale und verlässlicher Routine im Alltag immer wieder kleine Abenteuer, neue Spaziergegenden, spannende Spiele, eben eine körperliche und geistige Auslastung.
  4. Zuverlässigkeit
    Unsere Tiere wünschen sich von uns Rückhalt, Unterstützung und Vertrauen, dass wir auch in schwierigen Zeiten zu unseren vierbeinigen Freunden stehen und nicht zu schnell aufgeben.
  5. Akzeptanz
    Wir sollten unsere vierbeinigen Familienmitglieder so nehmen, wie sie sind. Jedes Tier ist ein Individuum mit einem eigenen Charakter, Vorlieben und Abneigungen. Gerade Hunde aus „zweiter Hand“ bringen ihr Päckchen mit, wir sollten keine zu großen Erwartungen an unsere neuen Familienmitglieder haben, sie stattdessen so lieben und nehmen, wie sie sind.
  6. Geduld
    Und damit ist wirklich Geduld gemeint, nicht nur für ein paar Tage oder die ersten zwei Wochen. Manchmal dauert es viele Monate, bis sich ein Tier im neuen Zuhause öffnen kann, bis es sich eingelebt hat, Mensch und Hund miteinander vertraut sind. Dabei bestimmt der Hund das Tempo, erwarten und verlangen Sie nicht zu viel.
  7. Freunde
    Unsere Tiere haben gerne Kontakt zu Artgenossen. Sie brauchen Kontakt zu anderen Hunden, verständigen sich untereinander, spielen miteinander.


Für viele Hunde aus dem Tierheim Orosháza, Kiskunfélegyháza und der Pflegestation von Edit und Robi haben sich diese Wünsche durch Ihre Hilfe erfüllt.
Die Hunde durften in ein neues Zuhause reisen, in dem sie mit viel Liebe, Geduld und Vertrauen empfangen wurden, Vertrauen in ihre Fähigkeiten, sich in der vorhandenen Familie einzugewöhnen und ein dazugehöriger Teil der Familie zu werden.

Es wurde und wird ihnen meistens die Zeit gegeben, die sie benötigen um anzukommen. Manchmal klappt es schneller als gedacht, und manchmal läuft es zunächst etwas unrund, und es wird einfach etwas mehr Zeit benötigt um sich in der neuen Welt zurechtzufinden.

Wie sagte Roger A.Caras, Präsident des brit. Tierschutzes einmal so schön:

Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit.
Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.
Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemacht hat.

Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken. Zum Einen dafür, dass Sie uns das Vertrauen schenken und sich auf das Erlebnis „ausländischer Tierheimhund“ einlassen. Zum Anderen dafür, dass Sie uns unermüdlich mit Ihren Spenden unterstützen und somit unsere Arbeit in Ungarn erst möglich machen.

Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest wünscht Ihnen

Ihr Pusztahunde-Team

 

 
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