"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

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Solange Ihr neuer Hund noch keine feste Bindung zu Ihnen aufgebaut hat, kann es leicht geschehen, dass er Ihnen entläuft, sobald sich ihm eine Gelegenheit dafür bietet. In diesem Fall droht ihm höchste Gefahr. Denn in den allermeisten Fällen bedeutet das Entlaufen des Hundes in dieser frühen Phase seinen sicheren Tod: Er gerät in der ihm fremden Welt in Panik und findet nicht wieder zurück, er hat Angst, wird sich verstecken oder kopflos weiterrennen. Früher oder später wird er Straßen überqueren, wird überfahren und qualvoll verenden! Wir sprechen hier leider aus leidvoller Erfahrung.

Es ist daher zwingend erforderlich, dass Sie Ihren Hund besonders in den ersten Wochen und Monaten hundertprozentig sichern.

Bedenken Sie, dass Sie in der Regel nicht wissen, was Ihr zukünftiger Hausgenosse in seinem bisherigen Leben erfahren hat. Sie wissen nicht, wovor er sich fürchtet und worauf er vielleicht sogar panisch reagieren wird. Wir bitten Sie deshalb, die folgenden Punkte unbedingt zu befolgen:

  1. Lassen Sie Ihren Hund in der ersten Zeit (die mehrere Monate dauern kann) auf keinen Fall von der Leine!
    Diese Kardinalregel gilt natürlich in erster Linie für Spaziergänge, aber auch in allen denkbaren Situationen, in denen die Gefahr des Entlaufens besteht, etwa bei einem Aufenthalt in Räumen, in denen Sie die Außentüren nicht kontrollieren können (Läden u.a.). ─ Der Hund muss sich erst an Sie, an seinen Namen, an seine neue Umgebung und an alle Gegebenheiten in dieser neuen Umgebung gewöhnen. Vor allem muss er erst Vertrauen und eine feste Bindung zu Ihnen aufbauen, damit er sich abrufen lässt und Ihnen vertraut, so dass er in schwierigen Situationen nicht panisch davonrennt, sondern bei Ihnen bleibt oder zu Ihnen gelaufen kommt. Das Abrufen lässt sich an der langen Schleppleine gut einüben. Aber wiegen Sie sich nicht zu früh in Sicherheit! Hunde aus dem Tierschutz brauchen meist länger, um Vertrauen in Menschen zu fassen, Angsthunde noch länger!
  2. Besorgen Sie ein genau passendes, sicheres Halsband oder Geschirr, das sich nicht ungewollt verstellen oder öffnen kann. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Das Halsband und das Geschirr dürfen nicht zu locker sein, damit der Hund sie nicht abstreifen kann, aber auch nicht zu fest, damit der Hund nicht in der Atmung eingeschränkt ist.
  3. Bei ängstlichen Hunden ist es unumgänglich, dass Sie Ihren Hund doppelt sichern! Das heißt: In diesem Fall brauchen Sie sowohl Halsband als auch Geschirr, die beide mit besonderer Sorgfalt anzupassen sind. Wir empfehlen ein spezielles Sicherheitsgeschirr, beispielsweise ein Double-Back-Geschirr, aus dem der Hund nicht entwischen kann. Dabei sollten Sie den Hund mit zwei Leinen sichern, d.h. Halsband und Geschirr sollten jeweils mit einer Leine verbunden sein.
  4. Sie brauchen eine Leine mit einem sicheren Karabiner. Bitte kaufen Sie lieber die etwas teurere Ausführung, denn billige Karabiner brechen oft schon beim ersten Zug des Hundes (z. B. in Paniksituationen), und der Hund ist frei.
  5. Nehmen Sie keine Flexileine, da der Hund durch die Geräusche des Zurückspulens erschrecken kann und/oder sich in der dünnen Schnur verheddern und dabei verletzen kann.
  6. Bei Ihren Spaziergängen sollten Sie darauf achten, dass Sie in der ersten Zeit immer von Zuhause aus losgehen, damit der Hund sich orientieren kann und im Falle eines Entlaufens die Chance hat, wieder zurückzufinden. Nehmen Sie am Anfang auch immer die gleiche Strecke, das gibt dem Hund Sicherheit.
  7. Sollte Ihr Garten nicht hundertprozentig ausbruchsicher sein, lassen Sie den Hund in der ersten Zeit niemals unangeleint in den Garten.

Wenn Sie alle diese Punkte beachten, werden Sie und Ihr Hund eine gefahr- und stressfreie Eingewöhnungszeit haben.

 

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