"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Die letzten 2 Wochen vor der Fahrt sind jede Menge Pakete bei mir angekommen, allen Spendern nochmal ein herzliches Dankeschön dafür! Am Dienstag hat mein Großhändler das Dosenfutter angeliefert, wir haben alles erstmal in den Hausflur gestellt. Am Mittwoch haben wir dann aus dem Lagerraum alle Spenden, die mit sollten, in den Hausflur geschafft, damit wir es abends beim Einpacken ins Auto nicht so weit haben. Dagmar wollte so gegen 20:00 Uhr bei mir sein und mich dann nach Seevetal fahren, wo ich mich mit Frank, der mit dem Transporter dahin kommen sollte, treffen wollte. Hier auch nochmal einen herzlichen Dank an Frank, der so schnell für den kranken Adrix eingesprungen ist, das war wirklich toll!

Um 20:00 Uhr kam dann Dieter, der Mann von Dagmar, denn Dagmar war ebenfalls erkrankt. Wir packten soviel wir reinbekommen haben in den wirklich großen Wagen von Dagmar und Dieter, aber ein paar Sachen mussten wir stehen lassen. So gegen 21:00 Uhr fuhren wir los und waren um 22:30 am Treffpunkt; keine 3 Minuten später traf Frank ein. Wir luden die ganzen Sachen um und los ging es. Wir kamen fantastisch durch und waren schon kurz nach 13:00 Uhr an der Ausfahrt Kecskemet, wo wir ab wollten, um zu Kerstin und Fritz zu fahren. Wir haben eine ganze Zeit gemütlich zusammengesessen und Frank hat ein paar „Spezialitäten des Hauses" probiert; die restlichen Kilometer bin ich später gefahren.

Bei Kerstin und Fritz lagern die ganzen Boxen und wir haben vor der Weiterfahrt die Kennel, die wir für diese Fahrt benötigten, eingeladen. Als wir beim Hotel in Orosháza ankamen, war es schon dunkel. Wir haben unsere schönen Zimmer bezogen und die übliche Pizza bestellt, lecker! Frank ist dann ganz schnell in sein Zimmer verschwunden und ich habe noch mails beantwortet, bevor ich auch ins Bett gefallen bin.

Am nächsten Tag waren wir mit Kerstin und Kata um 10:30 Uhr im Tierheim verabredet. Frank und ich waren schon kurz nach 10:00 Uhr da.

 

 

 

Als Erstes haben wir mit Hilfe der Mitarbeiter die Spenden ausgeladen. Dann hat Frank die Boxen aufgebaut und sicher festgezurrt.

Danach hat sich Frank einen Beutel mit Kaurtikeln, Pansen, Lunge und Rinderohren geschnappt und hat einen Rundgang durch das Tierheim gemacht. Das kam prima an, besonders der Trockenpansen :-))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Leider war die ehrenamtlich arbeitende Tierheimleiterin Icus nicht im Tierheim weil sie einen wichtigen Behördentermin hatte. So bin ich mit einem netten Mitarbeiter los, um die gewünschten Fotos zu machen und so gut wie möglich die Fragen unserer Vermittler zu beantworten. Ich hatte Fotos ausgedruckt und die Namen dazu geschrieben, so klappte es ganz gut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann trafen Kerstin und Kata im Tierheim ein. Wir haben sofort damit begonnen, uns alle Patenhunde anzusehen. Kerstin und ich haben mit Hilfe des netten Tierheimmitarbeiters alle Hunde entwurmt. Das fanden alle toll, denn die Tabletten gab es in ganz leckerer Wurst. Alle Patenhunde haben ein Spot-on-Präparat erhalten, wo es möglich war haben wir einen „kleinen Gesundheitscheck" durchgeführt. Ich habe in die Ohren geschaut, wenn es nötig war die Haare aus den Ohren gezupft und die Ohren gereinigt. Ich habe die Zähne kontrolliert und zu lange Krallen gekürzt. Kata hat das Ganze mit dem Fotoapparat dokumentiert und dabei gedolmetscht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor wir weiter mussten, haben wir einen letzten Rundgang durchs Tierheim gemacht.. Es tut mir immer wieder in der Seele weh, zu sehen wie die Hunde im Schlamm stehen, sich an die Gitter drängen, ein paar Streicheleinheiten ergattern wollen und/oder einfach nur raus wollen. In diesen Augenblicken komme ich mir immer sehr hilflos vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach sind wir zum Hotel gefahren, um Adrienn als zusätzliche Übersetzerin einzusammeln.

Alle zusammen sind wir zum Amtsveterinär Dr. Dobos in Szentes gefahren, um mit ihm einige Dinge zu klären und vor allem wegen der Ausreiseformalitäten der Pflegehunde aus Szentes. Dr. Dobos hat uns mit der in Ungarn üblichen Gastfreundschaft bewirtet, Kaffee, Tee, Brot mit Wurst, Schnaps, Wein.... Dr. Dobos hat uns von seinem Engagement für den „ungarischen Hirtenhund", den Kuvacs erzählt. Kata ist noch vor uns aufgebrochen, weil sie mit ihrem eigenen Hund zum Tierarzt musste.

 

Etwas zu spät kamen wir beim Hotel an und haben die Sachen umgeladen und sind dann weiter zum gemeinsamen Abendessen gefahren. Adrienn hat uns wieder begleitet und dank ihrer Hilfe fand ein reger Austausch statt. Dieses Mal nahm auch der Tierarzt von Orosháza am Essen teil.

Die Zeit wurde knapp und knapper, denn wir waren um 18:45 Uhr mit Icus beim Hotel verabredet, weil wir noch Spenden im Auto hatten für die Pflegehunde, die sie und Robi zu Hause bei sich betreuen. Weil vorne nur 3 Leute sitzen konnten, haben wir Kerstin einfach in eine Box gesetzt ;-)).

Wir, Kerstin, Frank und ich, waren am nächsten Morgen schon um 9:30 Uhr startklar, ab 9:45 Uhr trudelten Kata, Icus und Robi mit ihren Pflegehunden ein und dann kam auch der Amtsveterinär von Orosháza. Wir fingen an, die Spot-ons aufzutragen und den Hunden richtig sitzende Halsbänder anzupassen.

Nach einem liebevollen Abschied bezogen die Hunde ihre zugedachten Transportboxen. Mit leichter Verspätung bekamen wir die Reisepapiere vom Amtsveterinär und los ging es nach Szentes. Dort haben wir auch wieder Spot-ons aufgetragen, Halsbänder angelegt und zusätzlich noch mal die Kastrationsnarben kontrolliert und dann wieder „ab in die Box". Kerstin, Frank und ich sind jetzt schon ein gut eingespieltes Team und so waren wir schnell fertig und weiter ging es Richtung Kecskemet, um Kerstin zu Hause abzuliefern. Nach einem herzlichen Abschied von Fritz und Kerstin ging es Richtung Heimat. Wir lagen prima in der Zeit und haben die ersten beiden Hunde pünktlich übergeben. Danach „überholten" wir unseren Zeitplan und unsere liebe Teamkollegin Monika hat alle Übernehmer informiert, dass sie früher am vereinbarten Treffpunkt sein sollten. Das klappte ganz reibungslos, darüber haben wir uns sehr gefreut! Wir hatten sehr schöne Übergaben; darauf freuen wir uns immer die ganze Fahrt. Auch dieses Mal hatten wir leider eine „Rückgabe", auf einem Parkplatz bei Kassel, wo soviele Hunde „in ihr Zuhause im Glück" umzogen, wurde der kleine Bigyula zurückgegeben...

Über all dem Glück und Vorfreude auf ihre Hunde hatten die Übernehmer uns dieses Mal total vergessen. Die Erste, die einen Kaffee für uns hatte, war die liebe Monika, die Frank in Seevetal abholte. Als wir auf den Rastplatz fuhren,  waren Dieter und seine Tochter Celina (sie ist für die kranke Dagmar eingesprungen) schon da. Wir haben dann noch die 2 Hunde, die mit Monika und Frank weiterfahren sollten, in den Wagen von Monika umgesetzt. Ich bin in den bequemen PKW zu Celina gestiegen, Dieter hat den Transporter übernommen und dann ging es weiter. Noch einmal eine Übergabe Hüttener Berge und dann noch zwei Übergaben auf dem „Pendlerparkplatz", wo unsere Teamkollegin Ingrid unseren „Flyerhund" Floki in die Arme geschlossen hat.

Hier trennten sich unsere Wege. Ich habe mich wieder in den Transporter gesetzt und bin die letzten Kilometer nach Süderbrarup gefahren. 3 Hunde waren jetzt noch im Transporter: Minimano, Hercegnö und Bigyula. Was haben sie sich gefreut, als sie im eingezäunten Garten laufen konnten.

Dann habe ich sie erstmal in ihre zugedachten Zimmer in der Pension gebracht und hatte erstmal nur noch einen Wunsch: duschen und schlafen

Und so beim Einschlafen, da wünschte ich mir von ganzem Herzen, dass unsere Vision, dass sich die Lebensumstände der Tiere in Ungarn so verbessern, dass wir keine Hunde mehr nach Deutschland holen müssen, ganz schnell wahr wird!

Ja, das wäre zu schön! Wir freuen uns über Ihre Unterstützung. Sie helfen mit, dass wir Schritt für Schritt unserem Ziel ein Stückchen näherkommen. Vielen lieben Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit.

Angelika Winzer

 

 
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