"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)


Samu ist schon 14 Jahre alt, vielleicht auch noch älter, so genau weiß das niemand. Das Einzige, was noch größer ist als Samus Anzahl der Tage hinter den Gittern des Tierheims, ist seine Angst vor Menschen. Der große Rüde ist in seinen jüngeren Jahren vor lauter Angst nach vorne gegangen, wie man so sagt, für ihn war vor lauter Panik Angriff die beste Verteidigung. 

Heute ist Samu wie erstarrt, wenn Menschen sein Gehege betreten, kauert sich zusammen und verfolgt jeden Schritt mit angstvoll geducktem Körper. Er lässt niemanden an sich heran, auch vor zugeworfenen Leckerchen hat Samu zunächst Angst.  Erst wenn die Gefahr vorüber,  die Menschen aus dem Gehege sind und Samu gemerkt hat, dass es nur Leckerchen sind,  traut er sich vorsichtig und nach geraumer Zeit an die Sachen heran.

Samu ist nun schon so viele Jahre im Tierheim, aber gebessert hat sich seine extreme Angst vor Menschen leider nicht. Da Samu nun schon so ein alter Rüde ist, der nichts anderes kennt, ist es für ihn besser, wenn er im Tierheim versorgt wird und dort so gut es geht seinen Lebensabend verbringt.  Eine Vermittlung, enger Kontakt mit Menschen, ein Transport, ein Ortswechsel, all das wäre viel zu viel Stress für Samus altes Herz und seine ängstliche Seele. Wir können also nicht mehr für den hübschen Rüden tun, als ihn vor Ort mit allem zu versorgen, was er braucht. Mit einer warmen Hütte, gutem Futter für die alten Zähne und Kontakt mit Artgenossen, mit denen er gut klar kommt.  

 

Wir denken an Dich, lieber Samu.

 
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