"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

20.05.2020
Liebe Tierfreundinnen und liebe Tierfreunde,
jetzt, wo es vorbei ist, können wir (immer noch ein wenig zittrig) erkennen, was für ein unglaubliches Glück wir und alle Beteiligten hatten. Es geht um den Sondertransport nach Süderbrarup, mit mehr als 30 Hunden an Bord, die alle von Deutschland aus vermittelt werden sollen, da sie von Ungarn aus bisher kein Glück hatten. Wenn Sie wissen möchten, was passiert ist, lesen Sie einfach hier weiter:

Ganz planmäßig werden die Hunde am Sonntag in Ungarn verladen. Ein uns gut bekannter und sehr zuverlässiger gewerblicher Transporteur hat die Tour übernommen, da wir nach wie vor leider nicht selber fahren dürfen. Die Boxenplanung ist bis ins kleinste Detail haargenau ausgetüftelt, um keinen der wertvollen Plätze zu verschwenden. Bald kommt die Nachricht vom Transporteur, dass dank der Tetris-Fähigkeiten der Mitarbeiter wirklich alle geplanten Hunde untergebracht werden konnten. Erleichterung.

Es geht nach ein paar Staus gut und zügig nach Deutschland und dort gen Norden. Alles ist gut. Bis zu der Sekunde, wo ein großer Hirsch bei 120 Sachen auf der Autobahn in den Transporter rennt. Die Welt bleibt für ein paar Sekunden stehen, denn das Auto fährt nur noch auf 2 Reifen, droht zu kippen. Der Fahrer bekommt nach angstvollen Metern die Kontrolle zurück und hält an. Als die Knie aufgehört haben zu schlottern, schauen die Männer, was geschehen ist. Der Hirsch ist leider tot, aber Menschen und Hunde sind ok. Der Transporter hat ordentlich was abbekommen und ist nicht mehr fahrbereit. Es ist mitten in der Nacht. Alle erforderlichen Anrufe werden gemacht und dann bleibt nichts als Warten. Auf die Polizei, auf den Abschlepper. Die Polizei bestätigt den Fahrern, dass sie ganz knapp einer Katastrophe entkommen sind. Hätte der Fahrer versucht, auszuweichen, wäre das Auto gekippt und hätte sich wahrscheinlich überschlagen. Ob Mensch und Tier dies überlebt hätten…wir mögen gar nicht darüber nachdenken.

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Uns packt die Demut. Darüber, dass bisher alles immer gut ausgegangen ist für uns. In diesem Fall und auch bei ganz vielen Fahrten vorher, die wir ja üblicherweise selber fahren. Ein dickes Dankeschön an das Universum, das an dieser Stelle stellvertretend für das steht, an was jeder Einzelne glaubt.

Der Transporter wird zu einer Werkstatt in Bad Hersfeld geschleppt. Wie gesagt, nicht mehr fahrtüchtig. Was nun, sprach Zeus??? Der Transporteur informiert Angelika Winzer, die ja eigentlich jede Sekunde mit der Ankunft der Hunde in ihrer Pension gerechnet hatte. Bei Angelika steht auch unser eigener Transporter. Also wird nicht lang gefackelt, sondern Angelika macht sich daran, die vielen Spenden aus dem Auto zu packen um Platz zu schaffen, rekrutiert ihre Mitarbeiter, die sofort bereit sind, mit zu fahren. Für die Hunde. Und ab nach Bad Hersfeld.

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Eine 6-Stunden-Fahrt mit der Ungewissheit, ob alle Hunde in unseren Sprinter passen würden. Und dann sind da ja auch noch die drei extremen Angsthunde, die endlich ihre Chance auf ein normaleres Leben bekommen sollen…Sehr viele Fragezeichen..passt es..geht das Umladen gut…überall, in Ungarn wie in Deutschland, werden die Daumen gedrückt, mit gebangt und mit gefiebert. Am frühen Nachmittag dann die befreiende Nachricht, dass alles geklappt hat und der Puszta-Rettungs-Express auf dem Weg nach Hause ist. Puhhhhh. Die kleine Bulldogge Dolly darf auf dem Schoß der Fahrerinnen reisen, denn die Plattnasen vertragen solche Transporte nicht sonderlich gut. Sie regen sich auf und geraten dadurch in Luftnot. Aber unsere beherzten Damen haben auch das bestens in den Griff bekommen. Dolly findet ihre Bully-Extrawurst super und hat sich schnell wieder entspannt.

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Das Auto des Transporteurs wird wieder halbwegs flott gemacht, so dass er mit maximal 90 km/h bis Ungarn zurück zockeln kann. Dort wird das Auto dann wieder komplett Instand gesetzt.

Unsere drei Fahrerinnen werden in Süder von einem kleinen Empfangskomitee begrüßt, das hilft, die Hunde nach der extrem langen Tour gut unter zu bringen und zu versorgen.

 

 

 

 

 

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Die drei Fahrerinnen sind ganz schön geschlaucht von der Tour und haben in der Nacht bestimmt gut geschlafen. Ende gut, alles gut. An das, was wäre, wenn dies nicht so glimpflich ausgegangen wäre, möchten wir gar nicht denken. Ist es aber zum Glück nicht und nun schauen wir positiv in die nahe Zukunft und hoffen, dass die komplette Reisegruppe bald wunderschöne Plätze bei lieben Menschen findet.

Herzlichst, ihr (noch immer ein wenig unter Schock stehendes) Pusztahunde-Team

 
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