"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

30.5.2016
Liebe Tierfreunde,
wir freuen uns über jeden Hund, der ein schönes Zuhause findet. Bei unserem kleinen Picurka vielleicht noch ein kleines bisschen mehr, denn er hat nach einem wirklich langen, harten Leben einen Traumplatz gefunden.

Picurka verbrachte sein ganzes entbehrungsreiches Leben an einer Kette in einem SOS-Kinderdorf. Im Alter von vielleicht 15 und ziemlich "marode" kam er ins Tierheim. Dort war er sehr unglücklich und kam überhaupt nicht klar. Er kam immer nur kurz aus der Hütte, um seine Geschäfte zu verrichten. Gefressen hat er nur nachts, wenn die anderen Hunde geschlafen haben. Unser Kleiner wurde von den anderen regelrecht gemobbt.

Und so waren wir mehr als glücklich, als sein großer Tag in Gestalt eines netten Ehepaares kam, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alten Kerlen wie ihm die letzten Jahre zu versüßen. Und so durfte unser kleines Männlein reisen.

Pico hat sich erstaunlich schnell in seinem neuen Leben eingefunden und wir werden netterweise regelmäßig informiert, wie es ihm so ergeht. Er musste schon einige Behandlungen über sich ergehen lassen, besonders an seinen Zähnen nagt der Zahn der Zeit. Was ihm mittlerweile ein ziemlich einzigartiges Aussehen verleiht. Aber Piccolino hat sich jedes Mal gut erholt und ist jetzt flotter unterwegs, denn je.

Sein Frauchen erzählt über ihn:
„Er ist ein liebenswerter Oldie, der sicher seine kleinen Eigenheiten hat, die seinem Vorleben geschuldet sind. Aber man kann damit leben. Er mag halt außer kleinen devoten Hündinnen keine Artgenossen und seine Leidenschaft für alles, was draußen so herumliegt und fressbar scheint, werden wir ihm auch nicht mehr abgewöhnen können. Das ist ein Erbe, das mögliche Hungerzeiten bei ihm hinterlassen haben, da lässt man keine Schätze verkommen, die zu haben sind :-)

Bei zunehmender Wärme wirkt er nun doch ein wenig alt, leider meldet das Herz erste Alterserscheinungen. Ansonsten kennt er seinen Rhythmus, morgens begrüßen wir uns ausgiebig nach einer langen Abwesenheit in der Nacht. Tagsüber ist er an Arbeitstagen ja meist im Büro, viele merken gar nicht, dass er da ist, aber er macht sich auch ab und an bemerkbar und genießt dann Streicheleinheiten.

Am Wochenende, an Feiertagen, im Urlaub liebt er es, reichlich rauszugehen, Zeitung zu lesen und Artikel zu schreiben, vor lauter Rasenwälzen geht es manchmal auch nur schleppend vorwärts. Geht es los, stellt er sich aber erst mal vor dem Auto an, könnte ja sein, wir fahren ins Grüne. Autofahren ist prima, im Gegensatz zu Bahnfahren. Da ist er unermüdlich versucht, wieder auszusteigen, schon in der Nähe des Bahnhofes wittert er Unheil und zieht kräftig an der Leine in der Hoffnung, es geht vorbei und nicht hinein.

Mit seinem einen Zahn, na gut, ein paar Backenzähne sind auch noch da, nagt er sich noch mit Eifer durch dicke Knabberstangen.

Ein wenig Spaß scheint es ihm zu machen, abends die Katzen zu jagen, die seinem Futternapf zu nahe kommen, wohingegen er sich bei den Miezen gern mal bedient, vor allem, wenn es Frischkäse gibt :-) Die Miezen haben zum Glück auch Respekt vor ihm.“

Das hört sich doch nach einem prima Hundeleben an, finden Sie nicht auch? Unser Opi genießt die beste Zeit seines Lebens in vollen Zügen.

Wir wünschen dir, lieber Pico, noch ganz viel Zeit in deinem Traumzuhause. Und wir möchten uns bei deinen Leuten bedanken, dass sie den Mut haben, immer wieder alte Hunde zu adoptieren, um ihnen zu zeigen, wie sich Hunde-Glück anfühlt. Wie schön, dass es Menschen wie Sie gibt!

Euer Pusztahunde-Team

 
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