"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

21.4.2015
Liebe Tierfreunde,
nach Lektüre des Fragebogens, der mir als Vermittler Bilder des Hundes und Informationen über ihn liefert, habe ich relativ bald eine Meinung darüber, wie lange der Hund auf sein neues Zuhause warten muss. Alte, kranke und unscheinbare warten oft lange, beliebte Rassehunde wie damals mein kleiner Chow Chow oder die hübsche Mops-Dame gehen weg wie warme Semmeln. Die meisten liegen irgendwo dazwischen.

Manchmal liege ich aber komplett falsch mit meiner Einschätzung. So z.B. bei der kleinen Szaffi. Als sie zu mir in die Vermittlung kam, dachte ich: „Was für eine hübsche schwarze Maus. Die bleibt nicht lange.“ Pustekuchen. Zwei lange Jahre hat sie warten müssen, bis das große Glück anrief. In Form einer netten, jungen blonden Dame aus Hamburg, die im Elternhaus den Hunde-Virus eingepflanzt bekommen hat. Und auch durch das wiederholte Betonen, dass die Szaffi ein echter Feger ist, hat sie sich nicht abschrecken lassen. Zum Glück.

Warum das letztendlich bei einem freundlichen, sozialen, handlichen und auch so pfiffigen Hund wie Szaffi, die jetzt auf den schönen Namen Daffy hört, so lange gedauert hat, frage ich mich noch heute. Aber vielleicht hat das Schicksal auch seine eigenen Pläne, die für uns nicht immer so nachvollziehbar sind. Szaffies Pflegeeltern Edit und Robi waren jedenfalls sehr froh, als sie endlich reisen konnte, denn der kleine Ball-Junkie war dauer-unterfordert in der Pflegestation.

In deinem Fall, kleine Daffy, hat sich das Warten auf alle Fälle gelohnt, denn du und dein Frauchen, ihr zwei passt super zueinander. Und mit Herrchen läuft's auch mächtig gut. Du machst dich so gut, dass wegen dir (und ein kleines bisschen vielleicht auch wegen der Empfehlung deines Frauchens) nun noch ein Pusztahund in Hamburg lebt.

Frauchen erzählt: "Uns geht's super. Daffy macht sich sehr gut, wenn man bedenkt, dass sie zwei Jahre im Heim war. Im Park brauchen wir keine Leine mehr und sie hört auch sehr gut. Außer es spielen andere Ball oder Frisbee oder Stock … alles was fliegt, Daffy ist hinterher. Der Junkie ist zwar nicht mehr ganz so süchtig, aber es ist immer noch Potential da.

Wenn sie merkt, dass der Ball nur von weitem klein aussah und sich dann beim näher kommen als ein großer Fußball entpuppt, checkt sie das aber auch und kommt zurück. Für diese Fälle haben wir jetzt eine Leberwurst-Pfeife, mit der wir gerade noch ohne Ablenkung üben. Das klappt bisher super, denn Leberwurst findet sie top!

An der Leine ist es immer noch etwas schwierig, da sie jedem Hund "Hallo" sagen möchte, egal ob der dann doof oder toll ist. Das ist gerade unsere größte Aufgabe, aber selbst hier sehen wir Fortschritte. Die Kleine ist halt ein echter Glücksgriff und wir lieben sie sehr.

Gerade macht sie sich als Agenturhund. Das findet sie zwar etwas langweilig, aber ich bin nur 4 Wochen gebucht, also bald wieder am heimischen Computer und da kann sie dann auch wieder in Ruhe schlafen, ohne dass immer Menschen rein kommen.

Ach ja. Eine kleine Macke: Männer oder Frauen mit tiefen Stimmen oder weiten, bunten Hosen. Die werden immer angebellt oder geknurrt. Ich denke sie hat Angst. Zu groß, zu wuchtig, zu VIEL! Genau wie laute, betrunkene Männer oder Menschengruppen, die laut lachen … Da legt sie jedes mal den Turbo ein und will schnell dran vorbei oder weg. Viele Menschen in der Stadt sind aber kein Problem. Und Bus und Bahn fährt die Madame auch."

Na bitte. Geht doch. Mir Geduld und Spucke, und wahrscheinlich einem Haufen Leberwurst, ist aus der kleinen Landpomeranze Szaffi die fesche Hamburger Deern Daffy geworden.

Mach es gut, kleine schwarze Schönheit. Mit dem Szaffi-Daffy werde ich immer nur Gutes verbinden. Du bist und bleibst für alle Ewigkeit mein kleiner Ball-Junkie.

Ihr Pusztahunde-Team

 
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