"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

24.11.2015
Liebe Tierfreunde,
die Winter in der Puszta können mächtig kalt werden. Nachts wird es mal locker -20 Grad. Gut, wenn man dann als Hund einen dicken Pelz hat.

Unter unseren Hunden im Tierheim sind die langfelligen oder wuscheligen mit ihrer kräftigen Unterwatte einigermaßen gut gegen die Kälte gewappnet. Aber was ist mit denen, die keine oder nur wenig Wolle auf dem Leib tragen? Natürlich haben sie Hütten zum Verkriechen. Aber draußen ist eben draußen. Warm ist da mal komplett anders.

Wenn eine besonders kalte Nacht erwartet wird, dann stapeln die Tierheimmitarbeiter aus der Not heraus die kleinen kurzfelligen Hunde in den neuen Gehegen mit isolierten Hütten, im Veteranenhaus mit Ofen oder in der Krankenstation. Aber wie man sich vorstellen kann, sind die Kapazitäten dort äußerst begrenzt. Die großen, egal ob mit langem oder mit kurzem Fell, beißen sozusagen die Hunde. Sie müssen in der Kälte ausharren und die Tierheimmitarbeiter darauf hoffen, dass sie am nächsten Morgen alle Kameraden wohlbehalten auffinden.

Unser Öcsi, von dem wir Ihnen heute erzählen möchten, ist einer von denen, bei denen nicht selbstverständlich ist, dass sie den nächsten kalten Puszta-Winter unbeschadet überstehen werden. Weil nämlich Öcsi mal so gar keine schützende Wolle hat. Unser guter Junge hat nun schon drei Winter im Tierheim erlebt und der nächste steht bereits vor der Tür. Und Öcsi hat ihm mit seinem extrem kurzen Fell gar nichts entgegen zu setzen. Öcsi wird, wie bereits die drei Winter zuvor, leiden.

Machen wir uns eigentlich wirklich eine Vorstellung davon, was es bedeutet, ein Hund mit kurzem Fell in einem richtigen Puszta-Winter zu sein? Ich denke fast nicht. Wir dürfen gemeinsam mit unseren geliebten Hunden in der kalten und nassen Jahreszeit im Warmen sein, uns auf der Couch gemütlich aneinander kuscheln und dem Winter-Treiben draußen behaglich durch die Scheibe zusehen. Wärme ist ein Luxus, den sich zum Glück die meisten von uns leisten können. Andauernde Kälte ist uns fremd.

Wo ich diese Worte schreibe, fällt mir eine kleine Geschichte ein, die ich Ihnen kurz erzählen möchte. Ich hatte mal eine Hündin mit sehr kurzem Fell. Und auch so in etwa von Öcsis drahtiger Statur. Samstags gab und gibt es bei uns vor dem Frühstück immer eine kombinierte Hunde-Ausführ-und-gleichzeitig-fürs-Frühstück-Einkaufs-Runde. Bei Wind und Wetter. Wenn ich mit unserer kurzfelligen Hündin dann im Winter vor dem Bäcker oder Metzger warten musste, bis mein Mann unsere Einkäufe erledigt hatte, dann fing die Dame nach kurzer Wartezeit latent zu zittern an. Wenn es länger dauerte, weil die Geschäfte voll waren, bekam sie sich vor lauter Kälte irgendwann gar nicht mehr ein und versuchte, sich warm zu zittern. Und ich rede da letztendlich von vielleicht maximal 10 Minuten. Wenn ich mir vorstelle, mein Mädchen hätte Nacht für Nacht draußen überstehen müssen, den Elementen ausgeliefert, dann wird mir ganz trübselig zu mute.

Unser schmaler Öcsi muss das aber. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Ohne gemütliche, warme Couch nach einem kalten Winterspaziergang, ohne eine kuschelnde Hand und ohne Herrchen oder Frauchens tröstende Worte. Ihn erwartet nicht am Ende einer unendlich lang erscheinenden Wartezeit von 10 Minütchen vor dem Metzgerladen eine kleine Frikadelle, die der Metzger für seine liebste Stammkundin beiseite gelegt hat, und die das Warten in der Kälte ein wenig versüßt.

Öcsi weiß nicht, wie sich Wärme oder Fürsorge anfühlt. Denn er durfte so etwas noch nicht erleben. Was er kennt, sind eisige Kälte und knöcheltiefer Schlamm. Es wird nun langsam Zeit für ihn, dass auch er einmal zu spüren bekommt, wie warm und bunt das Leben für einen netten Gesellen wie ihn sein kann. Und das, bevor der ungarische Winter eines Tages seine irreversiblen Spuren an Öcsis Körper hinterlässt.

Bitte unterstützen Sie uns bei der Suche nach einem warmen, liebevollen Platz für Öcsi! Der kleine Kamerad kommt auch keineswegs mit leeren Händen. Er bringt einen Koffer voller Freundlichkeit, Verträglichkeit und viel Schwung und Lebensfreude mit in sein neues Heim.

Wenn Sie gerade auf der Suche nach einem unkomplizierten und durch und durch positiven Freund fürs Leben sind, dann schauen Sie sich doch einmal den lieben Öcsi genauer an. Öcsi ist kastriert und geimpft und könnte schon bei der letzten Tour des Jahres 2015 mit dabei sein.

Wir drücken ihm so sehr die Daumen, dass er noch kurz vor Toresschluß von der Verlierer- auf die Gewinnerseite wechseln kann.

Hier geht es zu Öcsi.

Ihr Pusztahunde-Team

 

 
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