"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Vor 10 Jahren im Jahr 2010 gründete unsere leider viel zu früh verstorbene Ehrenvorsitzende Dagmar Sieg einen Tierschutzverein mit dem Ziel, den leidenden Tieren in Ungarn zu helfen, da sie das Leid der Tiere in Ungarn sehr berührte.

Sie nannte den Verein Projekt Pusztahunde und anfangs lag das Augenmerk des damals noch kleinen Vereins auf den Hunden, die überall hungernd auf den Straßen liefen oder unversorgt irgendwo als Wachhunde angebunden zu sehen waren. Es wurden Strukturen aufgebaut, viel Öffentlichkeitsarbeit in Ungarn geleistet, Tierheime aufgebaut, den Tieren in Not vor Ort geholfen und viele Hunde in ein neues glückliches Zuhause in Deutschland oder Ungarn vermittelt.

In den letzten 10 Jahren hat sich viel getan. Sowohl in unserem Verein in Deutschland als auch bei den ungarischen Tierschützern. Doch was uns am meisten freut, sind die Veränderungen in der ungarischen Gesellschaft. Die Tiere werden dort nun auch viel häufiger als Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen wahrgenommen. Die Menschen beachten sie und unsere Kollegen vor Ort werden regelmäßig informiert und um Hilfe gebeten.

Viel häufiger als früher werden die Tierschützer auch zu hilfebedürftigen Katzen gerufen. In den ersten Jahren unseres Bestehens war dies sehr selten der Fall. Den wenigen Katzen in Not die uns gemeldet wurden konnten wir durch privates Engagement sowohl in Ungarn als auch in Deutschland helfen.

In Orosháza hat sich eine junge Frau gefunden, welche in unserem Partnertierheim bei den Hunden arbeitet, die nun gemeinsam mit ihrer Familie sich in ihrer Freizeit um die Katzen kümmert. Sie nimmt diese zu sich nach Hause, füttert und versorgt sie. Bringt sie zum Tierarzt, pflegt sie gesund, wenn nötigt zähmt sie die Katzen und sucht ihnen ein glückliches Zuhause. In welches die Katzen dann kastriert, geimpft und gechipt einziehen dürfen. Durchschnittlich leben 20 Katzen dort. Dies stellt eigentlich einen Fulltimejob dar bei dem die ganze Familie der jungen Frau eingespannt ist und der hohe Kosten verursacht.

Neben dem Tierschutz in Orosháza unterstützen wir auch den Tierschutz in Kiskunfélegyháza.

In Kiskunfélegyháza ist die Situation eine ganz andere. Es gibt dort viele streunende Katzen, die hungern und sich unkontrolliert vermehren. Diese wurden jahrelang von einigen wenigen, tierlieben Anwohnern gefüttert. Dies erfolgte aus Eigenintiative und fand unkoordiniert statt. Was im Frühjahr 2018 genau geschah wissen wir nicht, doch es wurden über 40, größtenteils mutterlose Kitten aufgefunden und den Tierschützern vor Ort gemeldet bzw. übergeben. Die Kitten mussten dann von einigen Tierschützern privat aufgepäppelt, versorgt und vermittelt werden. Diese Kittenschwemme war zeitlich, finanziell und logistisch ein wahnsinniger Aufwand, der unter anderem durch eine einmalige Spendenaktion hier auf der Homepage von Projekt Pusztahunde und die Unterstützung unserer Freunde und Förderer erfolgreich gemeistert werden konnte. Es war jedoch für alle Beteiligten klar, dass etwas unternommen werden muss, um eine Wiederholung dieser Situation zu verhindern.

Da in Ungarn im Gegensatz zu Deutschland Hunde und Katzen zumindest vereinsrechtlich strikt getrennt werden, wurde im November 2018 in Kiskunfélegyháza von einer engagierten Tierschützerin mit ihrer erwachsenen Tochter ein Verein gegründet, der sich um die Katzen kümmert. Die beiden Frauen und noch ein paar weniger Helfer füttern nun koordiniert die streunenden Katzen in mehreren Katzenkolonien der Stadt. Dort stellen sie Katzenfallen auf, um die wilden Katzen einzufangen, lassen diese dann kastrieren und bringen die wilden und unzähmbaren Katzen wieder in ihre vertraute Kolonien; verletzte Katzen werden gesundgepflegt und geimpft, gechipt und kastriert in Ungarn vermittelt. Ebenso werden junge Tiere gezähmt und vermittelt. Regelmäßig werden unsere Kolleginnen auch gerufen um Fundkatzen, die einfach aufgetaucht sind oder auch um verunfallte Katzen abzuholen und sich um diese zu kümmern. Durchschnittlich befinden sich 70 Katzen in Obhut des jungen Vereines. Diese sind alle in wenigen privaten Pflegestellen untergebracht.

Desweiteren wird auch viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet, besonders bei Kindern und Jugendlichen um die Zukunft der Katzen ins positive zu lenken. Es werden auch Katzenbesitzer über die Wichtigkeit von Kastrationen informiert und bei Bedarf bei der Kastration ihrer Tiere unterstützt.

Sie sehen, da ist eine riesige Aufgabe auf sanften Pfötchen auf uns zugekommen, die uns noch lange Zeit, wahrscheinlich dauerhaft begleiten wird.

Wir haben uns dieser Herausforderung gestellt.

Wir unterstützen unsere Tierschutzkollegen vor Ort

  • indem wir als verlässliche, dauerhafte Partner ihnen mit unserem Wissen und unserer Erfahrung aus der Arbeit mit den Hunden beistehen,
  • indem wir versuchen, ihren finanziellen Druck zu reduzieren und Ihnen bei den Tierarzt- und Futterkosten beistehen,
  • indem wir Sachspenden wie gebrauchte Kratzbäume, Katzenspielzeug, Futter, etc. nach Ungarn bringen.

Unser Dank sind die strahlenden Augen der Tierschützerinnen und das Schnurren, manchmal auch das Fauchen der Katzen bei unseren regelmäßigen Besuchen in Ungarn. (die leider wegen der momentanen Corona-Pandemie derzeit etwas unregelmäßig sind)

Wir werden Sie regelmäßig hier bei unserer Projektbeschreibung und auf der Startseite unserer Homepage über den aktuellen Stand des Projektes Pusztakatzen informieren.

Weitere Fragen beantwortet Ihnen Kai Richter gerne.

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