"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

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Im Tierheim Szentes sind grundsätzlich immer zu viele Hunde, aber durch die 35 Neuzugänge der letzten Wochen hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. Zusammengepfercht in viel zu kleinen Gehegen, treten sich die Hunde dort gegenseitig auf die Füße. In einem kleinen Gehege von maximal 15 qm befanden sich 14 (!) Neuzugänge - unter anderem ein kleiner schwarzer Junghund und ein junger Dackelmann, abgemagert bis auf die Knochen. Die anderen ließen die beiden Fellnasen nicht unter den Dachüberstand, geschweige denn in eine der drei Hundehütten. Jedesmal, wenn die beiden Schutz vor dem strömenden Regen suchten, wurden sie weggeknurrt. So saßen die beiden Mäuse schlotternd im Wasser. Eine kleine Hündin schrie und wimmerte die ganze Zeit.

Es ist nur schwer zu ertragen, wenn man davorsteht und weiß, man kann nicht helfen. Wir alle hatten schwer mit Tränen zu kämpfen. Aber Weinen hilft den Hunden auch nicht. Es musste zumindest für die beiden Junghunde eine Lösung gefunden werden. Und wie es das Schicksal wollte, kam ein nettes junges ungarisches Pärchen und nahm den schwarzen Junghund mit. Blieb also noch Lacika, der Dackelmann. Wir konnten nicht anders: Wir haben ihn herausgeholt und am nächsten Tag zu Kerstin und Fritz gebracht, wo er jetzt auf ein schönes Zuhause wartet.  

Unser Plan, möglichst viele Hunde zu katalogisieren, ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Es regnete ununterbrochen, so dass sich zunächst Adrix Videokamera verabschiedete und anschließend auch mein Fotoapparat. In der Hoffnung, dass wenigstens seine Spiegelreflexkamera wasserdicht ist, hat Adrix so viele Hunde wie möglich fotografiert, deren Daten uns Ildiko dann nachliefern sollte.

Ildiko ist übrigens die gute Seele dort. Neben Arbeit, Familie und etlichen Pflegehunden schuftet sie tagtäglich unentgeltlich im Tierheim, versorgt uns überdies mit Informationen und schickt uns neue Hunde. Diese Frau, die mit ganz viel Herz bei der Sache ist, verdient unsere Hochachtung.

Übrigens: Es hatte erst in der Nacht zuvor begonnen zu regnen. Trotzdem stand das halbe Tierheim schon wieder unter Wasser. Zu einigen Gehegen konnte man nur mit Gummistiefeln gelangen. Das Wasser stand dort wadenhoch.

 

 
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