"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Zuhause gefunden

Inga

Liebe Inga,

einfach nur wunderschön, dass es Menschen wie die Deinen gibt, die gerade einem Hund, der lange Jahre im Tierheim war und nichts kennt als das Leben dort, eine Chance geben möchten. Und du nutzt diese Chance, indem du vorsichtig annimmst, was man dir anbietet.

Dein Frauchen erzählt über dich:" Nach 9 langen Jahren hat Inga den Weg in den Hohen Norden angetreten. Hier ist einfach alles fremd. Dir Gerüche einer Insel, der Autoverkehr (auch wenn hier grade Winterschlaf gehalten wird), das viele Wasser, der ständige Wind, welcher sich zur Zeit aber auch von seiner schlechtesten Seite zeigt, und überhaupt...Stopp! Eines ist nicht wirklich fremd: Kali. Unsere Ersthündin war zwei Jahre zeitgleich in Orosháza im Tierheim. Wenn ich es richtig interpretiere, haben sie sich wieder erkannt. Ein Anker in dieser stürmischen Zeit!

Da Inga nur das Tierheim kannte, hat sie viel, viel zu erkunden. Wir lassen ihr Zeit, viel Zeit und Geduld. Doppelt gesichert mit Körperleine, Handleine, Halsband und Sicherheitsgeschirr geht es nach draußen. Hier anhalten, weil irgendetwas sie zum Stehenbleiben bringt, dann wieder voran mit einem freundlichen "Weiter", bis das nächste Geräusch sie anhalten lässt. Dann plötzlich, ein Fasan fliegt 50m vor uns auf, Spurt nach vorne, nur schnell hin, das ist spannend! Ergo? Sie hat Jagdtrieb, zumindest, wenn sie nicht von diesen doofen Blechkutschen bedroht (überholt) wird. Gerne setzt sie ihre Nase ein, es gibt hier soo tolle Sachen zu entdecken (und sich darin zu wälzen).

Mit unserem Futterangebot ist sie scheinbar zufrieden. Ihr Napf ist als erster leer. Dass sie "natürlich" mit auf dem Sofa kuschelt, muss nicht extra erwähnt werden?! Sie ist eine schüchterne, zarte Maus. Aber einen eigenen Kopf hat sie trotzdem, sodass hier immer wieder Fingerspitzengefühl angesagt ist. Nicht zu viel verlangen, nicht zu viel durchgehen lassen; fördern, aber nicht fordern. Es gibt einige Baustellen, aber wir dürfen nicht an allen Ecken gleichzeitig arbeiten. Augenmaß und Geduld sind von uns gefragt. Inga gibt das Tempo vor."

Das mag sich in Ihren Ohren vielleicht alles nicht spektakulär anhören, ist es aber!!! Inga legt damit ein Wahnsinns-Tempo vor, was ich nie gedacht oder erwartet hätte. Aber sie wird auch sehr einfühlsam angeleitet und darf sich nach ihren Möglichkeiten entfalten. Ein großes Dankeschön an Ingas Menschen, die sich voll und ganz auf sie einlassen. Und natürlich auch an Kali, die ungarische Integrationsbeauftragte, die Inga so viel Sicherheit gibt und ihr bestimmt nur die vernünftigen Sachen vorlebt :-)

Kleine Inga-Maus. Ich glaube, wir sind uns alle einig in dem Wunsch, dein neu entdecktes Glück möge noch ganz ganz ganz lange währen. Wir freuen uns, wenn dein Frauchen uns mit Bildern aus deinem Leben auf dem Laufenden hält. Vergessen werden wir dich zwar eh nie, aber wir freuen uns natürlich sehr, wenn wir dich weiterhin begleiten können, so wie wir es die letzten 9 Jahre getan haben.

Leb wohl, Inga.

Nicole und das Pusztahunde-Team

 
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