"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Regenbogenbrücke

Irma

Liebe Irma,

heute ist es nun soweit. Der Tag ist gekommen, vor dem ich mich so lange gefürchtet habe: ich muss deinen Regenbogentext schreiben. Du hast dich schon vor ein paar Tagen aus dieser Welt verabschiedet, aber ich musste mich erst sammeln, bevor ich dich verabschieden kann.

Geboren wurdest du in der Nähe des Tierheims, irgendwann im Jahr 2011. Du und deine Schwester Inga ward irgendwann einfach da und wurdet zunächst ein paar Monate vor dem Tierheim gefüttert, bevor ihr im April 2011 freiwillig die Tore des Tierheims durchquert habt. Der Einzug in deine letzte und einzige Heimat.

2011 war auch das Jahr, in dem ich zum Pusztahunde-Team stieß. Seitdem begleite ich dich und deine Schwester als Vermittlerin. In mehr als 8 Jahren ist es mir nicht gelungen, einen Menschen für euch zu finden, was wirklich sehr traurig ist. Angelika besuchte euch bei jeder Fahrt und ist wahrscheinlich der einzige Mensch, der eine engere Beziehung zu euch aufbaute. Du hast dich jedenfalls wie wahnsinnig gefreut, wenn du sie auch nur von weitem gesehen hast und hast deiner Freude lautstark Ausdruck gegeben.

Noch vor kurzem haben wir über dich gesprochen, denn vor nicht allzu langer Zeit bist du mit deiner Schwester ins Veteranenhaus umgezogen. Der beste Platz im Tierheim! Aber leider auch für seine Bewohner in der Regel der letzte Aufenthaltsort. Angelika erzählte bei dieser Gelegenheit, dass sie dich schon als Welpen im Arm gehalten hätte...und nun seist du im Veteranenhaus untergebracht. Hundezeit ist sehr begrenzt und vergeht so schnell.

Im letzten Reisebericht gibt es noch ein Bild von euch Schwestern, zwar grau um das Schnäutzchen, aber positiv und zuversichtlich wie eh und je....und nun bist du tot. Du hast keine Luft mehr bekommen und Icus musste dich erlösen um dir einen qualvollen Tod zu ersparen. Wie gerne hätte ich statt deines Regenbogentextes deinen Zuhause gefunden-Text geschrieben, aber das Schicksal schmiedet leider eigene Pläne, die am Ende oft nicht fair erscheinen.

Ich hoffe ganz fest, dass du dein Leben als ein gutes Leben empfunden hast. Du hattest einen Platz für dich, du hattest deine Schwester, die dir Halt gegeben hat, du hattest genügend Futter und ein ganz kleines bisschen Ansprache. Mehr konnten wir nicht tun.

Leb wohl, kleine Irma. Das Tierheim wird nicht mehr das selbe sein, ohne dich. Es beginnt nun eine neue Zeitrechnung...nach Irma. Vielleicht kannst du im Universum ja ein gutes Wort für deine Schwester Inga einlegen, die nun alleine zurück bleibt. Bleiben ist sicher noch schwerer als gehen.

Wir werden dich nie vergessen.

Angelika und Nicole aus dem Pusztahunde-Team

 
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