"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

Am Mittwochabend kurz nach 20.00 Uhr, leicht verspätet, da ich auf halber Strecke nochmal umdrehen musste, weil ich wichtige Papiere vergessen hatte, traf ich mich mit Dieter (dem Mann von Dagmar) auf dem Pendlerparkplatz in Schleswig. Wir packten noch die Spenden von meinem Kombi in unseren Transporter um. Ja, endlich die erste Fahrt mit unserem vereinseigenen Transporter! Adrix und Frank hatten ihn unter Zeitdruck ganz toll für unsere Zwecke hergerichtet, der Wagen wurde von innen isoliert und überall Zurrpunkte installiert, eine Extrabeleuchtung, extra Thermometer, einfach klasse!

Um 20.30 Uhr starteten wir dann Richtung Ungarn und kamen sehr gut voran, das Wetter wurde immer besser und wir waren tatsächlich schon um 14.00 Uhr im Hotel; Adrienn staunte nicht schlecht. Wir haben uns dann ein halbes Stündchen hingelegt und sind dann nach Orosháza gefahren, um die Spenden auszuladen, unter anderem 2 richtig große Hundehütten. Die Mitarbeiter haben die mitgebrachten Sachen dankbar in Empfang genommen.

Danach haben wir einen Rundgang durch das Tierheim gemacht und uns gefreut, dass in vielen Ausläufen die von uns gespendeten Hundehütten standen.

 

 

 

 

Zurück im Hotel haben wir uns eine Pizza kommen lassen und sind direkt nach dem Essen schon gegen 21.00 Uhr wie tot ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen waren wir um 10:00 mit Kerstin, Kata und Michel im Tierheim von Orosháza verabredet. Der Vizebürgermeister war auch da, um uns kennenzulernen und die Hilfe der Stadt beim Neubau des Kesselhauses zuzusagen.

Wir sind von Gehege zu Gehege gegangen und es tut immer wieder weh, in die Augen der Hunde zu schauen. Ich kann nicht sagen was schlimmer ist: In die hoffnungsvollen Augen zu schauen und diese wieder zu enttäuschen oder in die hoffnungslosen Augen zu sehen.

   

 

 

Kata musste zurück nach Hause und Dieter, Kerstin und ich sind zum Hotel gefahren und haben die Boxen aufgebaut, festgezurrt und mit Decken gemütlich gemacht. Abends waren wir zum Essen mit Eva (Vorsitzende des Tierschutzvereins von Orosháza) und Icus, der Leiterin des Tierheimes, sowie Ildikó und ihrer Tochter verabredet. Adrienn hat uns begleitet und so eine Unterhaltung möglich gemacht.

Danach haben wir - Kerstin, Dieter, Michel und ich - noch im Hotel von Adrienn weiter diskutiert. Gegen Mitternacht gingen wir schlafen, ein anstrengender langer Tag lag vor uns.

 

 

 

 

 Am Samstag waren wir um 10:00 Uhr im Tierheim von Orosháza. Icus und 2 Helfer brachten uns die reisenden Hunde, Robi, einer der freiwilligen Helfer, fiel der Abschied von Tádé besonders schwer, sie war sein Pflegehund und bei ihm und seiner Frau flossen Tränen. Nachdem wir ihr wie allen Hunden ein Spot-on Präparat im Nacken aufgetragen und ein passendes Halsband umgebunden hatten, setzte er sie liebevoll in ihre Transportbox und redete ihr gut zu. Als alle Hunde in ihren zugedachten Transportboxen saßen ging es weiter nach Szentes und die letzten Hunde stiegen zu.

Wieder in Bayern angekommen, verabschiedeten wir uns von Michel, der Foltos mit in sein neues Zuhause nahm. Je weiter wir in den Norden kamen, um so kälter wurde es, das Thermometer fiel unter minus 10 Grad, mein Fotoapperat streikte teilweise bei den Übergabefotos. Leider konnten wir den Zeitplan nicht einhalten und nicht nur wir in unserem Transporter, sondern auch die Übernehmer haben zum Teil schrecklich gefroren. Vielen Dank für die mitgebrachten heissen Getränke und die leckeren Sachen zu essen. Die Übergaben waren trotz der eisigen Temperaturen sehr herzlich.

In Schleswig-Holstein angekommen, fiel das Thermometer auf minus 15 Grad. Als wir wieder auf dem Pendlerparkplatz in Schleswig ankamen, war mein Wagen mit einer dicken Eisschicht überzogen. Dieter und ich waren froh, dass nur noch 20 km vor jedem von uns lagen.

Wir können immer wieder weg aus Ungarn, weg aus den Tierheimen in unser gemütliches Zuhause fahren, zu unseren Hunden, die hier ein traumhaft schönes Leben haben, die geliebt werden, die rundherum versorgt werden. Wir können und wollen nicht alle Hunde hierher holen, aber je öfter ich in Ungarn bin, um so größer wird mein Wunsch die Lebensbedingungen der Hunde „da unten" zu verbessern!

Bitte helfen Sie weiter so tatkräftig mit!

Angelika Winzer

 
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