"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt".
(Rainer M. Rilke)

In der Rubrik „Unsere Unvermittelbare“ sind viele Hunde zu finden, die einen großen Haufen „Vergangenheit“ mitbringen und dadurch so negativ geprägt sind, dass sie nicht in der Lage sind, außerhalb des Tierheims mit guter Lebensqualität zu leben. Unsere Tierheimleiterin stellt diesen Hunden oft „normale“ Hunde an die Seite, damit sie von ihnen lernen können. Daher gibt es im Tierheim Charlie, ein „Unvermittelbarer“, der immer im Doppelpack mit einer lieben und sehr menschenbezogenen und sozialen Hündin unterwegs ist, um sich abzuschauen, wie nett Menschen auch sein können.

Charlie Chaplin, so sein voller Name, ist auf seine Art ist er ein toller Kerl. Zu den Vermittelbaren wird er aber wohl nie wechseln, unsichtbar soll er jedoch auch nicht bleiben. Charlie Chaplin wurde 2019 bei einem Messi entdeckt, da war er noch kein Jahr alt. Er lebte dort mit seiner Mutter und seinen zwei Brüdern, die, genau wie er selbst, mit einem angeborenen Haarverlust auf die Welt kamen, im Müll. Menschliche Ansprache gab es dort nicht.

Charlie steht rechts oben auf dem Müllberg. Charlies Brüder konnten wir vermitteln, Charlie nicht, denn er ist ein ganz besonderer Hund. Möglicherweise hat er eine geistige Behinderung, möglicherweise ist er das, was wir bei Menschen „Autismus“ nennen. Auf alle Fälle braucht er uns Menschen nicht. Er hat nie gelernt, eine Verbindung zu uns zu suchen. Was er braucht sind andere Hunde.

Und so stellte unsere Tierheimleiterin ihm zunächst die sehr soziale „Zapor-Dreibein“ an die Seite. Zapor war für Charlie Mama und Freundin zugleich. Durch sie wurde er ein wenig offener uns Menschen gegenüber. Sie konnte Charlie von ganz weit weg an den Rand des Tunnels locken.
Zapor fand irgendwann ein Zuhause in Deutschland und so kam schließlich Laura zu Charlie.

Laura ist eine ganz freundliche, offene Hundedame, die menschenbezogen ist und ihren Kumpel Charlie in kleinen Schritten an uns gewöhnt, indem sie ihm vorlebt, wie Beziehung zu Menschen funktioniert. Mit ihr zusammen traut Charlie sich auch manchmal einen Schritt vor den Tunnel.

Wenn Laura ein Zuhause findet, wird Charlie ein neues Mädel als Gesellschafterin bekommen, denn leider geht uns der "Nachschub" an passenden Hunden nie aus. Aber so ganz langsam nähert sich Charlie auch ein wenig den Zweibeinern an. Unser Team-Kollege Kai besucht ihn regelmäßig und ganz zart, ganz vorsichtig, nimmt Charlie erste Kontakte auf und lässt sich sogar kraulen. Das wäre vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen.

Leider ist das aber zurzeit alles, was wir für Charlie tun können... ihm eine warme Unterkunft, Essen und bei Bedarf medizinische Versorgung zu geben. Wie schön wäre es, wenn Charlie uns sagen könnte, was er sonst noch braucht...aber das geht natürlich nicht.

Wir können nur für ihn unser Bestes geben, wie wir es für alle anderen Hunde auch tun...in der Hoffnung, dass am Ende alles gut wird.

 
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