03.04.2025
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,
heute möchten wir euch von Enya und ihrer Familie berichten. Enya ist ein Herdenschutzhund und hatte es in der Vermittlung nicht leicht. Leider verlor sie dann auch noch ihr Zuhause. Doch es gibt ein Happy End für die liebe, imposante Hündin. Ihre Übernehmerin Yvonne erzählt...
Als wir von einer Freundin hörten, dass sie über den Verein Projekt-Pusztahunde ihren Hund gefunden hatte, wurden wir neugierig und schauten uns die Seite an.
Zuvor hatten wir bereits vier Monate lang ehrenamtlich mit einem Kangal-Mix aus dem Tierheim gearbeitet – doch leider hat es nicht gepasst.
Ohne es bewusst zu planen, war unsere Liebe zu Herdenschutzhunden geboren. Also suchten wir gezielt nach einer Hündin ab 50 cm Schulterhöhe – und da war sie: Katya.
Dieser große Schatz verlor nach zwei Jahren in Deutschland ihr Zuhause. Laut Beschreibung passte sie perfekt zu uns: ruhig, nicht übermäßig aktiv, stubenrein und konnte bereits alleine bleiben. Also vereinbarten wir ein Treffen. Mein Mann war sofort verliebt – ich hingegen blieb skeptisch. Besonders, weil Katya keine Erfahrung mit Katzen hatte (wir hatten damals vier) und ich immer wieder an den Kangal-Mix aus dem Tierheim denken musste, der mir deutlich gezeigt hatte, was er von menschlicher Führung hielt.
Dank unserer großartigen Betreuerin Maike vom Projekt Pusztahunde bekamen wir die Möglichkeit, Katya für ein Probewochenende bei uns aufzunehmen – um uns in Ruhe kennenzulernen. Eine Woche später zog Katya endgültig ein. Die Katzen waren – und sind – ihr ziemlich egal. Nur unsere Rudelchefin Cassy findet sie bis heute gruselig und macht einen großen Bogen um sie.
Nun stand fest: Katya gehört zu uns. Ein neuer Anfang. Und so wurde aus Katya Enya. ❤️
Seitdem sind 2,5 Jahre vergangen – und wir könnten nicht glücklicher sein. In der Anfangszeit gab es Missverständnisse, und wir mussten viel lernen. Doch inzwischen sind wir ein eingespieltes Team, in dem jeder die Grenzen des anderen respektiert. Natürlich gibt es Regeln – zu Hause und beim Gassigehen – und wir mussten Kompromisse eingehen. Aber wir können aus tiefstem Herzen sagen: Diese Entscheidung haben wir nie bereut. Im Gegenteil! Enya ist ein echter Traumhund. Sie passt auf unseren Garten und die eingezäunte Katzenterrasse auf – und nimmt ihren Job dabei sehr ernst. 🧐 Sie liebt es, draußen zu sein, nach Leckerlis zu schnüffeln und in der Natur zu wandern. Im Garten und auf dem Hundeplatz tobt sie ausgelassen herum, und an warmen Tagen genießt sie das Baden im Meer. Ihre Angst vor Wasser hat sie mit viel Geduld und Vertrauen überwunden – anfangs wollte sie nicht einmal durch eine Pfütze gehen!
Einmal im Jahr nehmen wir an einem Mobility-Kurs teil, der speziell für große Hunde die Balance und Mobilität fördert. Enya und ich haben dabei gleichermaßen viel Spaß. Charakterlich ist sie typisch für ihre Rasse: territorial und aufmerksam. Jeder neue Hund wird genau beobachtet – oder direkt in die Schranken gewiesen. Wie ihr Frauchen liebt auch Enya Schnee und die kalte Jahreszeit. Ihre dicke Unterwolle sorgt dafür, dass ihr selbst bei 15 °C oft schon zu warm ist. Sie ist unglaublich sensibel und merkt sofort, wie es mir oder meinem Mann geht. In neuen Begegnungen trägt sie vorsichtshalber einen Maulkorb – nicht, weil sie aggressiv ist, sondern weil sie ein großes Gebiss hat und ich die Verantwortung für sie trage.
Trotz ihrer Größe ist sie eine absolute Schmusebacke. Stundenlang kuscheln? Ja, bitte! Wobei es ihr oft schnell zu warm wird.
Kurz gesagt: Enya ist genau der Hund, den wir uns immer gewünscht haben – und wir sind unfassbar stolz auf sie und auf unsere gemeinsame Entwicklung.
Kleiner Funfact: Wir werden oft darauf angesprochen, wie groß Enya sei – was uns selbst gar nicht mehr auffällt. (69 cm Schulterhöhe, 45 kg). Ihr Spitzname? „Dackel“, „Dackelchen“ oder „Püppy“ – was schon für einige verwirrte Blicke gesorgt hat.
Und wenn Enya mal keine Lust hat, dann diskutiert sie das auf ihre Weise: Sie wirft sich auf den Rücken und bleibt einfach liegen. Meistens muss ich dann lachen – und ja, sie weiß genau, was sie tut. Ihr bester Freund? Jeppe, ein 6-kg-Chinese Crested!
Ein riesiges Dankeschön an das Projekt Pusztahunde – und vor allem an Maike, die uns von Anfang an so großartig begleitet hat!