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Projekt Pusztahunde e.V.

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Familienzuwachs aus zweiter Hand

01.09.2023
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

wir haben einen tollen Happy-End Beitrag von der Übernehmerin von Cloe bekommen, den wir euch nicht vorenthalten möchten. Cloe stammt von einem Vermehrer aus Kiskunfélegyháza, dem unsere Teamkollegen vor Ort schon lange auf der Spur sind. Vor kurzem hieß es, dass er endlich seine "Zucht" aufgibt....aus Altersgründen. Aber schon ein paar Tage später die Ernüchterung...seine Tochter übernimmt das Familiengeschäft. Also werden sich auch in Zukunft die ängstlichen und verwahrlosten Chow-Chows in Kiskun stapeln. Total frustrierend. Und das ober-frustrierendste ist... ihm ist mit rechtlichen Mitteln nicht beizukommen. Der Albtraum für die Hunde dort geht also munter weiter und wir dürfen die Scherben hinter dem Vermehrer aufkehren, der seine Hunde übrigens nicht im Tierheim abgibt, sondern sie reihenweise aussetzt.

Aber nun zu der tollen Vermittlung von Cloe:

"Noch immer kursieren viel zu viele Mythen und Vorurteile über die Adoption eines Hundes aus Tierheimen im In- und Ausland. Dazu kommen noch unseriöse Vereine, die mit ihren gewissenlosen Praktiken das eigentlich schöne Erlebnis einer Adoption zu einer Horrorerfahrung machen, die man kein zweites Mal im Leben haben möchte. Dann doch lieber einen Welpen vom Züchter, nicht wahr? Falsch, völlig falsch. Denn: das Risiko lohnt sich! Und es gibt sie, die guten Vereine die sich wirklich für Tier und Mensch einsetzen. Dieser hier ist einer davon.

Mupfel (die davor Cloe hieß) ist nicht mein erster Hund aus dem Tierschutz und ich habe mein Maß an schlechten Erfahrungen mit dem Bodensatz der Tiermafia gemacht. Trotzdem haben wir uns dafür entschieden, es nochmal zu riskieren, einem Auslandshund ein zu Hause zu geben. Einfach, weil wir keine Zweifel daran hatten, dass am Ende alles gut werden wird. Denn egal, wie doof die Menschen bisher waren, die hinter der Vermittlung standen, ich habe in all den Jahren nicht einen einzigen Hund gehabt, der sich nicht mit ein bisschen Liebe, Geduld und gutem Futter in eine riesige Bereicherung meines Lebens verwandelt hätte.

Dennoch, als wir den Adoptionsbogen ausgefüllt haben, waren wir auf alles gefasst – nur nicht auf diese liebevolle, ehrliche Betreuung, die wir durch Carola über den ganzen Prozess hinweg erfahren haben. Da war ein aufrichtiges Interesse daran, uns den richtigen Hund zu vermitteln. Die Beratung war super toll und sie hat sich ein Bein ausgerissen, alle unsere Fragen und Wünsche so gut es geht zu beantworten.

Trotzdem blieb aufgrund meiner vorherigen Erfahrungen natürlich ein kleiner Rest Skepsis erhalten...in was für einem Zustand unser kleines Fellknäul wohl sein würde, wenn es ankam? Auf den Bildern sah sie sehr struppig aus, abgemagert und völlig fertig mit der Welt. Beschrieben worden ist sie auf der Homepage als ängstlich und zurückhaltend. Eine, die Zeit brauchen wird, um sich zu akklimatisieren. Etwas, das Carola auch nicht müde wurde zu betonen: Bitte, bitte, habt nicht zu viel Erwartungen am Anfang, gebt ihr Zeit, lasst ihr Raum.

Und wirklich, sie braucht diese Zeit und den Raum. Sie ist nicht schon am ersten Tag ein entspannter, aufgeschlossener Familienhund gewesen, sondern ein durchaus verängstigtes kleines Kind, das noch eine Weile brauchen wird, um richtig anzukommen. Aber statt dem struppigen, abgemagerten Fellknäuels haben wir ein für Tierschutzverhältnisse unglaublich gepflegtes, gut rausgefüttertes Hundemädchen in die Hand gedrückt bekommen, die bereits die Leine kennt und, zum Erstaunen aller, von Tag eins an stubenrein war.

Bitte, liebe Erstadoptanten, versteht das nicht falsch: auch Mupfel hat noch ein paar verfilzte Stellen hinter den Ohren und durfte hier erst mal die Badewanne kennenlernen. Aber die letzten Hunde, die ich übernommen hatte, haben im Hochsommer noch büschelweise Winterfell im Pelz hängen gehabt, waren teilweise so verfilzt, dass ich sie scheren musste...während Mupfel eindeutig gebürstet worden war, sogar so einfühlsam, dass sie auch bei uns keine Scheue vor der Bürste zeigt. Das im saustressigen Tierheimalltag unter zu bekommen ist eine Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Auch das mit der Stubenreinheit ist wohl eher Glück, denn so ein ungarisches Tierheim hat keine Möglichkeiten, das vorher mit jedem Hund zu trainieren. Aber darauf will ich eben hinaus: es gibt sie, diese Glücksfälle. Und unsere Mupfel ist definitiv einer davon. Wir waren auf das schlimmste vorbereitet und haben das beste bekommen, was es geben konnte.

Sie fügt sich bei uns ein wie ein lang vermisstes Puzzleteil. Auch dank der ganzen Arbeit des Vereins und des Tierheimes. Und, weil wir wirklich nicht zu viel Erwartungen hatten. Eigentlich hatten wir erst mal gar nichts erwartet, außer, dass es ganz viel Zeit brauchen wird, bis Mupfel bei uns ankommt und sich genug von all dem Stress erholt hat, um wieder etwas von Menschen wissen zu wollen. Vergesst nicht, was eure neuen Gefährten alles hinter sich haben, wenn sie bei euch ankommen! Wenn ihr das im Hinterkopf behaltet, wird euch jeder Schritt, den sie in eure Richtung machen, wie das Wunder vorkommen, das es ist.

Für jemand mit Adoptionserfahrungen ist unsere Mupf in jeder Hinsicht ein solches Wunder, das in einem geradezu rasanten Tempo aus seiner Schale findet. Aber von außen, für jemanden der sonst nur die entspannten Hunde auf der Straße kennt, wirkt sie gerade sicher noch sehr schüchtern und ängstlich. Wenn man zu schnell in ihre Richtung läuft (und sei es nur, weil man vorbei will), bekommt sie Angst. Wenn man sie zu intensiv anstarrt, geht sie lieber weg. Sie liegt gerade auch noch viel im kleinen Büro, weit weg von uns. Obwohl sie sich sehr an Hummel (unserer Hündin) orientiert, ist sie noch erschrocken, wenn Hummel mit ihr spielen will und kommentiert Hummels stürmische Anwandlungen mit Bellen und Abwehr. All diese Dinge sind normal in den ersten Wochen und entsprechen natürlich nicht der überschäumenden Freude, die man selber empfindet.

Man könnte jetzt meinen, ein solcher Anfang wäre sehr enttäuschend und anstrengend. Aber im Gegenteil. Dieser Weg hat so viele wunderschöne, einzigartige Momente, zaubert einem tausend kleine Lächeln ins Gesicht. Es gibt kaum etwas Berührenderes auf der Welt, als diesen Moment, wenn so ein kleines ängstliches Kind (denn nichts anderes ist sie mit einem Jahr) sich so sehr nach Liebe und Zuneigung sehnt, dass sie all ihre Angst überwindet und dir vorsichtig den Kopf entgegen streckt, um sich streicheln zu lassen. Wenn sie dann nach dem ersten Zögern ihre Fluchthaltung aufgibt, die Augen dabei zu macht und vorsichtig, vorsichtig entspannt. Anfangs blieb sie dabei immer noch stehen. Als sie sich dann das erste Mal dabei hingelegt und an mich gekuschelt hat, nun ja...wie oft seid ihr schon anderthalb Stunden lang bewegungslos in eurem Flur auf dem Boden gesessen und habt in purer Glückseligkeit geschwelgt? Vertrauen von einem Tier geschenkt zu bekommen, das in seinem Leben noch kaum etwas gutes mit Menschen erlebt hat, fühlt sich an wie ein Ritterschlag, den man von keinem Züchterwelpen der Welt erhalten wird. Und ihren Weg in das neue Leben begleiten zu dürfen, ist genauso intensiv und aufregend, wie einem Welpen beim aufwachsen zuzusehen.

Es gibt auch mit Tierschutzhunden so unendlich viele erste Male. Wir haben uns so sehr gefreut, als sie das erste Mal ins Wohnzimmer geschaut hat. Als sie die ersten Leckerlis vorsichtig aus unserer Hand genommen hat. Als sie das erste Mal in ihrem Leben ein Spielzeug in der Schnauze hatte und kurz darauf das erste Mal damit gespielt hat. Auch hier ist das Gefühl natürlich immer bittersüß, wenn man einen einjährigen Hund sieht, der erst mal herausfinden muss, was ein Spielzeug ist. Kein Hund der Welt hat das verdient. Sie bringen so viel Liebe und Lachen in unser Leben, wir sind es jedem einzelnen von ihnen schuldig, uns um sie zu kümmern.

Also wenn Sie das hier lesen, in der Überlegung, selbst einen Hund zu adoptieren: tun Sie es! Es macht das Leben so viel reicher. Hunde sind immer ein Abenteuer und eine Herausforderung, egal, woher man sie letztendlich bekommt. Und natürlich macht der Gedanke, seinen Gefährten für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte vorab nicht kennenlernen zu können, Angst. Aber auch hier, egal woher man sie bekommt, man wird nie wissen, wie sie sich im eigenen Haushalt entwickeln. Seit unsere Mupfel mehr und mehr auftaut, kommt unter der schüchternen Schale ein frecher kleiner Hooligan zum Vorschein, mit dem wir bestimmt noch die ein oder andere Diskussion führen werden, weil sie ihren eigenen Kopf hat. Aber dasselbe Spiel gilt auch für Hunde im örtlichen Tierheim. Denn dort haben sie fast denselben Stress wie in Auslandstierheimen eben auch. Und auch dort sind die Pfleger mehr als ausgelastet und können nicht jedes Tier bis in den letzten Zipfel seiner Seele kennenlernen.

Sowieso...wer von uns ist unter Dauerstress schon er selbst? Und wer von uns ist heute noch so, wie er es als kleines Kind war? Auch Welpen verändern sich noch... Sich einen Hund zuzulegen bedeutet immer, dass es die Bereitschaft braucht, ein selbstständiges Wesen mit all seinen Macken zu lieben, wie es eben ist. Und manchmal ist das schwer und nervenaufreibend. Aber es ist immer auch die Chance, zu wachsen. Besonders wenn uns unsere Hunde mit unseren eigenen Schwächen konfrontieren. Trotzdem sind wir dem ganzen nicht völlig hilflos ausgeliefert. Wir können uns vorher informieren, über Rassen, ihre Bedürfnisse, über die Körpersprache der Hunde. Wir können uns Gedanken machen, was für ein Tier zu uns passen würde. Wie viel Energie sollte es haben? Mit welchen Aufgaben/Dingen sollte es in unserem gemeinsamen Alltag zurecht kommen? Ich kann nur an alle appellieren: bleiben Sie ehrlich bei der Beantwortung dieser Fragen. Es wird den perfekten Hund für Sie geben und er wird es wert sein, wenn die Suche etwas länger dauern sollte, weil die Anforderungen unter Umständen sehr spezifisch sind.

Aber Hunde sind unsere besten Freunde. Sie sind anpassungsfähig und haben genauso unterschiedliche Charaktere wie wir. Trauen Sie sich, nach dem zu suchen, was wirklich für Sie passt. Unter Menschen wird ja auch nicht jeder x-beliebige ihr bester Freund. Achten Sie nur darauf, diese Suche über einen guten Verein anzugehen, der Sie dabei wirklich unterstützt.

Wir haben all das gemacht. Unsere Suche hat auch eine Weile gedauert, denn mit Kind, Katzen, Ersthund und 4 Erwachsenen im Haus war auch unsere Liste an Anforderungen lang. Aber es hat sich so sehr gelohnt. Wir alle sind unendlich glücklich mit dem Hund, den wir bekommen haben, mit dem Verein, der sie vermittelt hat und vor allem mit der Aussicht, Mupfel ab jetzt auf Jahre begleiten zu dürfen. Für uns war die Adoption unseres Familienzuwachses das perfekte Abenteuer und wir möchten uns ganz herzlich beim Verein, den unglaublich engagierten Tierheimleuten aus Ungarn und natürlich besonders bei Carola ganz herzlich bedanken, denn all die Arbeit, die von diesen Menschen tagtäglich geleistet wird, hat uns dieses schöne Erlebnis und diesen wunderbaren Hund beschert.

Danke, dass ihr euch diese Mühe macht."

Für die hübsche Cloe-Mupfel ist am Ende alles gut geworden. Sie hat die ersten Schritte ihres Weges gemeistert und nun wird alles immer besser.

Für die arme Cleo ist aber noch gar nichts gut. Sie stammt ebenfalls von diesem Horror-Vermehrer, aber ihre Chancen auf ein Happy-End stehen lange nicht so gut, wie die von Cloe. Denn Cleo ist alt, sehr ängstlich und hat zu allem Überfluss auch noch Herzwürmer. Womöglich ist sie Cloes Urgroßmutter und musste einen Wurf nach dem anderen zur Welt bringen. Als sie körperlich fertig war, wurde sie auf die Straße gesetzt.

Bei Cleo sind Menschen gefragt, die echten Tierschutz betreiben möchten. Die einem Hund, der noch keinen Tag in seinem Leben ohne Angst verbracht hat und es noch nie auch nur ein bisschen gut hatte, ein Prizessinen-Dasein ermöglichen möchten. Denn das hat unser altes Mädchen sich mehr als verdient.

Hier geht es zu Cleos Inserat:

https://projekt-pusztahunde.de/index.php/zuhause-gesucht/huendinnen-35-bis-50cm/5237-cleo

Wir wünschen Cleo alles Glück dieser Welt, auf dass sich ihr Leben auf die letzten Meter dreht und sie ihr Glück findet.

Herzlichst, Euer Pusztahunde-Team

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Pensionskosten für Langzeit-Insassen
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  • Omar benötigt noch 650€.

  • Linda Foxi benötigt noch 820€.

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  • James Bond ist versorgt und befindet sich bereits in einer Tierpension in Norddeutschland.

  • Derek ist versorgt und darf bald nach Deutschland reisen.

  • Venezia ist versorgt und befindet sich bereits in einer Tierpension in Norddeutschland.

  • Laura ist versorgt und befindet sich bereits in einer Tierpension in Norddeutschland.

  • Gyopi ist versorgt und befindet sich bereits in einer Tierpension in Norddeutschland.

  • Ozzy befindet sich bereits in einer Tierpension in Norddeutschland.

  • Kacat befindet sich auf einer Pflegestelle in Deutschland.

  • Jimbo hat bereits ein neues Zuhause gefunden.

  • Simon durfte bereits in ein eigenes Zuhause reisen. Seine Spenden gingen auf James Bond über.

  • Himba durfte direkt in sein neues Zuhause reisen. Seine Spenden gingen auf Derek (400€) und Venezia (500€) über.

  • Dean ist im März in ein eigenes Zuhause gereist.

  • Ronny reist im Mai in sein neues Zuhause.

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    Spendenbarometer


    Stand: 2280 €

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